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Wellness - Das Fasten

Kurz- und Saftfasten für den Hausgebrauch

Als tiefgreifend und umfassend wirksames Heilmittel wird die Fastenkur grundsätzlich immer unter fachmännischer Anleitung in einer Kuranstalt oder ausnahmsweise ambulant durchgeführt. Das gilt vor allem dann, wenn ernstere Gesundheitsrisiken oder Krankheiten bestehen, die durch das Fasten behandelt werden sollen. In solchen Fällen kann immer nur der Therapeut entscheiden, ob Fasten überhaupt angezeigt ist, wie lange die Kur dauern soll und welche anderen Heilverfahren ergänzend angezeigt sind. Selbstversuche könnten unter Umständen zu ernsten Nebenwirkungen führen und die Krankheiten verschlimmern.

Eine Ausnahme von dieser Grundregel bilden einfachere Risikofaktoren, zum Beispiel mäßiges Übergewicht und offensichtlich leichtere Infektionskrankheiten vor allem des Magen-Darm-Kanals. Sie dürfen auch selbst durch Fastenschalttage, Kurz- und Saftfastkuren behandelt werden. Wenn die Kur länger als 3 Tage dauern soll, befragt man aber vorsorglich doch den Therapeuten, der bei Bedarf auch eine Kurzkur überwachen muss. Die folgenden Grundsätze des häuslichen Fastens müssen genau beachtet werden, sofern der Therapeut im Einzelfall nichts anderes verordnet hat. 

Fastenschalttage zur Gesundheitsvorsorge

Im Vergleich zum kursmäßigen Fasten erreicht man mit Fastenschalttagen natürlich keine sofort spürbare Wirkung. Deshalb kommt es entscheidend darauf an, dass sie über längere Zeit regelmäßig durchgeführt werden. Je nachdem, was man mit dem Fasten erreichen will, schiebt man jede oder jede 2. Woche - ausnahmsweise auch in Abständen von 3-4 Wochen -jeweils 1-2 Fastenschalttage ein. Für Berufstätige eignet sich dazu meist das freie Wochenende am besten, wer nicht zur Arbeit muss, fährt vielleicht besser, wenn er an anderen Wochentagen fastet, weil dann die Familie oft längere Zeit aus dem Haus ist. Sobald man sich einmal für bestimmte Wochentage entschieden hat, bleibt man möglichst konsequent dabei, damit das Fasten zur guten Gewohnheit wird.

Grundsätzlich nicht zu empfehlen ist das unregelmäßige Fasten für 1 bis 2 Tage. Es nützt wenig und kann später, wenn man doch einmal eine längere Fastenkur durchführen will, deren Ergebnis verschlechtern. Lediglich bei akuten Infektionskrankheiten, wenn der Appetit ohnehin meist eingeschränkt ist, darf unabhängig von regelmäßigen Schalttagen auch einmal für 1-3 Tage gefastet werden.

Die Fastenschalttage sollten sich nicht auf den Nahrungsverzicht beschränken. Zusätzlich empfiehlt es sich, durch morgens nüchtern getrunkene Glaubersalzlösung (20-40 g Salz auf 1/2-3/4 l Wasser) den Darm gründlich zu reinigen und ausreichend Flüssigkeit zuzuführen (2,5-3 l täglich), damit Gift- und Schlackenstoffe aus den Geweben ausgeschwemmt werden. Außerdem versucht man, den Tagesablauf abweichend vom Alltag möglichst positiv zu gestalten. Dazu gehören vor allem die folgenden Maßnahmen:

• Morgens ohne das »Diktat« des Weckers ausschlafen, bis man von selbst erwacht.

• Entspannungsübungen mit positiver Selbstbeeinflussung 3mal am Tag durchführen.

• Unter offenem Fenster oder im Freien morgens und abends 5-10 Minuten nicht zu anstrengende, dem persönlichen Leistungsvermögen angepasste Gymnastik betreiben.

• Zur Morgentoilette unter die warme Dusche gehen oder ein warmes Wannenbad durchführen, danach kurz kalt abduschen.

• Den Tag soweit wie möglich nach eigenen Vorstellungen und Wünschen gestalten, um einen Kontrast zum gewohnten Alltag zu schaffen. Gut eignen sich ausreichend Bewegung (Spaziergänge, Wanderungen, Radfahren, Schwimmen) an der frischen Luft ohne Überforderung im Wechsel mit Erholung beim Lesen, Musikhören, kreativer Tätigkeit und anderen Interessen, die sonst über den Alltagspflichten zu kurz kommen.

• Mittags legt man eine Ruhepause von 1-2 Stunden ein; dabei muss aber nicht unbedingt geschlafen werden, es genügt, wenn man Entspannungsübungen durchführt und danach meditiert, liest oder etwas anderes tut, wonach einem gerade der Sinn steht.

• Abends geht man möglichst zwischen 21 und 22 Uhr zu Bett und führt nochmals Entspannungsübungen durch, die auch das ungewohnt frühe Einschlafen erleichtern; schlaffördernder Kräutertee oder ein mildes pflanzliches Beruhigungsmittel helfen dabei.

• Alle Arzneimittel, die nicht unbedingt nach Verordnung des Therapeuten eingenommen werden müssen, setzt man ab, auf alle Genussmittel wird strikt verzichtet.

Alle diese Maßnahmen tragen mit dazu bei, die Wirkung der Fastenschalttage zu verbessern, indem sie die Gesundheit ganzheitlich beeinflussen. Im Lauf der Zeit erzielt man auf diese Weise zufriedenstellende Ergebnisse. Insbesondere die überflüssigen Pfunde und andere, noch nicht ausgeprägte Risikofaktoren lassen sich bei regelmäßiger Durchführung von Fastenschalttagen beseitigen.

Die Fastenschalttage können streng mit Verzicht auf jegliche Kalorienzufuhr oder als Saftfastentage durchgeführt werden. Die folgenden beiden Kurpläne veranschaulichen ihren Ablauf.

Fastenschalttage mit Nulldiät

• nach dem Erwachen

Entspannungsübungen mit positiver Selbstbeeinflussung im Bett

• nach dem Aufstehen

Gymnastik unter offenem Fenster;

Morgentoilette (Dusche, Bad);

1-2 Tassen Rosmarintee und Glaubersalzlösung (40 g auf 3/4 l Wasser in 10-20 Minuten trinken) zur Darmreinigung

• vormittags

reichlich Mineralwasser und Kräutertee;

Gestaltung nach Belieben

• mittags (etwa zur Essenszeit)

Mineralwasser und Kräutertee je nach Durstgefühl

• nachmittags

Kräutertee (kein Rosmarintee mehr, er regt zu stark an) und Mineralwasser;

Gestaltung nach Belieben

• abends (bis etwa 19 Uhr)

1-2 Glas Mineralwasser oder 1-2 Tassen Kräutertee

• vor dem Schlafengehen (zwischen 21 und 22 Uhr)

1-2 Tassen schlaffördernder Baldrian-Hopfentee;

Gymnastik unter offenem Fenster;

Körperpflege

• im Bett vor dem Einschlafen

Entspannungsübungen mit positiver Selbstbeeinflussung

Eine ausreichende Trinkmenge - etwa 2,5-3 1 täglich - ist unbedingt erforderlich, um Schlacken und Gifte auszuschwemmen; der Tee wird ungesüßt getrunken. Wegen der zu erwartenden mehrmaligen Darmentleerung entfernt man sich bei Spaziergängen und Wanderungen am Vormittag nicht zu weit von der Wohnung.

Fastenschalttage mit Säften

Das Rahmenprogramm, also Entspannung, Gymnastik, Toilette, Darmreinigung und Gestaltung des Tagesablaufs, entspricht dem eines Schalttages mit Nulldiät. Die Zufuhr von Tee und Mineralwasser wird beim Saftfasten verringert, dafür nimmt man Säfte ein, so dass insgesamt doch wieder 2,5-3 1 Flüssigkeit zugeführt werden. Über geeignete Säfte informiert später noch der Kurplan für die Saftfastenkur ausführlich.

• nach dem Aufstehen

100 g Gemüsesaft, vermischt mit 50 g Kräutersaft;

danach die oben beschriebene Glaubersalzlösung zur Darmreinigung

• nach der Morgentoilette

60 g Obstsaft

• vormittags

60 g Obstsaft

• mittags (etwa zur Essenszeit)

100 g Gemüsesaft, vermischt mit 50 g Kräutersaft

• nachmittags

60 g Obstsaft

• abends (nicht später als 19 Uhr)

60 g Obstsaft und 100 g Gemüsesaft, je nach Geschmack gemischt oder getrennt

• vor dem Schlafengehen (zwischen 21 und 22 Uhr)

50 g Kräutersaft aus schlaffördernden Heilpflanzen, verdünnt mit der gleichen Menge Mineralwasser

Man kann die Säfte auch anders über den Tag verteilen; insgesamt müssen aber immer je 300 g Obst- und Gemüsesaft und 150 g Kräutersaft am Tag zugeführt werden. Die Säfte kann man in haushaltsüblicher Weise selbst portionsweise frisch herstellen oder naturrein (ohne Zucker- und Konservierungsmittelzusätze) im Reformhaus kaufen. Man nimmt sie Schluck für Schluck ein und »kaut« jeden Schluck etwa so, wie ein Weinkenner einen guten Tropfen genießt.

Zum Abschluss noch eine Anleitung zum 1- bis 3tägigen Kurzfasten ohne regelmäßige Wiederholungen gegen akute Erkrankungen. Dabei muß unbedingt sichergestellt sein, dass keine ernstere, sofort fachmännisch zu behandelnde Krankheit vorliegt, die man durch die Selbstbehandlung nur unnötig verschleppt. In unklaren Fällen mit stärker beeinträchtigtem Allgemeinbefinden, höherem Fieber und anderen Warnzeichen einer ernsteren Krankheit wird vorsorglich stets gleich der Therapeut konsultiert. Auch wenn spätestens am 3. Tag nach Beginn der Krankheit noch keine sehr deutliche Besserung eingetreten ist oder sich das Befinden sogar verschlechtert hat, muß fachliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Der Nahrungsverzicht für 1-3 Tage fällt bei akuten Krankheiten meist nicht sonderlich schwer, weil sie im allgemeinen ohnehin den Appetit vermindern. Im Prinzip gibt es zwei wichtige Anwendungsgebiete für das kurze Fasten zur Selbsthilfe - akute Infektionskrankheiten der Atemwege (Erkältungskrankheiten) und des Magen-Darm-Kanals.

Akute Magen-Darm-Verstimmung

Diese Krankheit geht mit Durchfall, Erbrechen, zum Teil auch mit Fieber einher. Im Zweifelsfall sollte man besser einmal unnötig den Arzt rufen, als eine ernstere Infektion oder Vergiftung zu verschleppen. In offensichtlich einfachen Fällen haben sich die folgenden Fastenarten gut bewährt:

• Teefasten mit völligem Verzicht auf Nahrung; in erster Linie gibt man Kamillen-, Pfefferminz- und Thymiantee, bei Bedarf zusätzlich auch den gerbstoffreichen Eichenrindentee.

Die Tagesdosis beträgt 3-4, wenn nötig bis zu 6 Tassen, die ungesüßt eingenommen werden; je nach Durstgefühl gibt man zusätzlich Mineralwasser, das zur Verminderung der Flüssigkeitsverluste auch etwas mehr Kochsalz als sonst erlaubt enthalten kann.

• Saftfasten mit ungesüßtem Heidelbeersaft, der reichlich Gerbsäure enthält; davon gibt man täglich 500-750 g, auf 4-5 Portionen verteilt. Der Saft wird entweder in haushaltsüblicher Weise portionsweise frisch zubereitet oder in Form naturbelassener Säfte aus dem Reformhaus verabreicht.

• Apfel-/Möhrenfasten (eigentlich kein Fasten im eigentlichen Sinn mehr, da immerhin 300-700 Kilokalorien am Tag aufgenommen werden, aber darauf kommt es bei Magen-Darm-Katarrhen nicht unbedingt an; wichtig ist die Heilwirkung der Äpfel und Möhren, die sich nach praktischer Erfahrung gut bewährt haben). Zur Behandlung gibt man in 4-5 Portionen (jeweils frisch) über den Tag verteilt insgesamt 1-1,5 kg Äpfel oder Möhren.

Die Mehrzahl der akuten Magen-Darm-Beschwerden kann durch diese Maßnahmen in 2-3 Tagen vollständig ausgeheilt werden.

Akute Infektionskrankheiten der Atemwege (Erkältung)

Die Symptome der Erkältung sind eindeutig: Schnupfen, Husten, Heiserkeit, meist auch Kopfschmerzen, oft rheumaartige Muskel-Gliederschmerzen und mäßiges Fieber. Die Unterscheidung der einfachen Erkältung von der echten Grippe (Influenza) ist dem Patienten kaum möglich. In Zweifelsfällen sucht man vorsorglich besser den Therapeuten auf, weil die Grippe als ernste Infektionskrankheit häufig zu Komplikationen führt, die manchmal sogar tödlich enden.

Zur Behandlung in einfachen Fällen hat sich die folgende Tee-Saft-Fastenkurzkur gut bewährt:

• Nach dem Erwachen

1 Tasse Lindenblütentee und 1 Tasse Hustenteemischung

• vormittags

150 g Holundersaft;

Inhalation mit Kamillen-Thymian-Tee

• mittags

1 Tasse Lindenblütentee und 1 Tasse Hustenteemischung

• nachmittags

150 g Holundersaft

• abends

1 Tasse Lindenblütentee und 1 Tasse Hustenteemischung

• vor dem Schlafengehen

Inhalation mit Kamillen-Thymian-Tee

Der Tee kann mit Honig und Kandiszucker gesüßt werden, das verbessert die Wirkung. Bei Bedarf können Inhalationen auch 4- bis 6mal am Tag durchgeführt werden.

Rezept für die Inhalation: 4 Teile Kamille, 2 Teile Pfefferminze und 1 Teil Thymian (kann man auch in der Apotheke zusammenstellen lassen); mit 4 Teelöffeln dieser Mischung auf 1/4 l kochendes Wasser den Aufguss zubereiten, kurz ziehen lassen und dann in 1 l kochendes Wasser gießen. Inhaliert wird, indem man Kopf, Oberkörper und den Topf mit kochendem Wasser in eine Decke hüllt und dann 5-10 Minuten lang tief durch Nase und Mund atmet.

Bequemer geht es natürlich mit fertigen Inhalationslösungen und einem elektrischen Inhalationsgerät.

Lindenblütentee zeichnet sich durch seine abwehrsteigernde und schweißtreibende Wirkung aus.

Rezept für Lindenblütentee: 1 Teelöffel Lindenblüten mit 1 Tasse kochendem Wasser überbrühen und 10-15 Minuten zugedeckt ziehen lassen; die Tagesdosis beträgt durchschnittlich 3-4 Tassen, bei Bedarf kann sie bis auf 6 Tassen erhöht werden.

Hustenteemischungen gibt es fertig in der Apotheke. Man kann sich aber auch selbst eine gut wirksame Mischung herstellen oder in der Apotheke zubereiten lassen:

Rezept für Hustentee: je 2 Teile Eibischwurzel, Huflattich und Spitzwegerich, je 1 Teil Anis oder Fenchel, Bibernelle, Isländisch Moos und Thymian. Davon gibt man 2 Teelöffel auf 1 Tasse kochendes Wasser, lässt 10 Minuten zugedeckt ziehen und nimmt täglich 3-6 Tassen ein. Holundersaft wirkt ähnlich wie der Lindenblütentee. Man kann ihn in haushaltsüblicher Weise selbst herstellen oder den fertigen naturreinen Saft aus dem Reformhaus verwenden.

Ob während der ersten Tage der Erkrankung Bettruhe eingehalten werden muss, richtet sich nach dem individuellen Krankheitsverlauf. Besteht Fieber, soll grundsätzlich immer das Bett gehütet werden.

Nach 1-2 Fastenschalttagen oder Kurzfasten bei akuten Krankheiten ist kein Fastenbrechen erforderlich. Man darf die Verdauungsorgane und Stoffwechselfunktionen aber auch nicht gleich wieder mit zu schweren, reichlichen Mahlzeiten belasten, sondern hält noch für 1-2 Tage eine leichte Diät ein, ehe man zur normalen Vollwertkost übergeht. Fastenschalttage sollte man ohnehin immer zum Anlass nehmen, die bisherigen Ernährungsund Lebensgewohnheiten kritisch unter die Lupe zu nehmen und alle Fehler auch außerhalb der Fastentage konsequent auszumerzen, sonst doktert man mit den Schalttagen letztlich doch nur an den Symptomen herum.

Kurzfasten zu Hause - Kurplan für fünf Tage

Eine Kurzfastenkur zu Hause dauert durchschnittlich 5 Tage. Hinzu kommt der Tag zur Vorbereitung und das 2tägige Fastenbrechen, so dass die Kur insgesamt 8 Tage in Anspruch nimmt.

Zu dieser Kur, die schon wesentlich tiefgreifender als die Fastenschalttage wirkt, holt man immer die Zustimmung des Therapeuten ein. Er sollte den Verlauf der Kur auch regelmäßig überwachen. Wenn seine Verordnungen im Einzelfall von dem abweichen, was im vorliegenden Buch angegeben wird, müssen selbstverständlich die Anweisungen des Fachmanns befolgt werden, denn ihm liegen die genauen Befunde vor, nach denen er die Fastenkur individuell gestalten kann.

Im Prinzip gelten für die häusliche Kurzfastenkur die gleichen Regeln, die weiter vorne schon für die Kur an der Klinik genannt wurden. Am Anfang steht also wieder die ausreichende, positive Motivation und praktische Vorbereitung. Dabei müssen die Angehörigen stärker mit einbezogen werden, deren gewohntes Leben durch die Kur ja meist in Mitleidenschaft gezogen wird. Mit gegenseitigem Verständnis und gutem Willen aller Beteiligten treten in der Regel keine unüberwindlichen Probleme auf. Besonders zu empfehlen ist, dass der Fastende über einen eigenen Raum verfügt, in den er sich jederzeit ungestört zurückziehen kann, beispielsweise während der Mahlzeiten der anderen oder zum Entspannungstraining. Auch Schlafen sollte er während der Kur möglichst nicht im gemeinsamen Schlafzimmer, weil sein Lebensrhythmus von dem der anderen abweicht; außerdem können auch noch die unangenehmen Ausdünstungen des Körpers während der Kur bei zu engem Kontakt die zwischenmenschlichen Beziehungen belasten.

Ob während der Fastenkur weitergearbeitet wird, bespricht man am besten mit dem Therapeuten. Grundsätzlich spricht zwar nichts dagegen, nach Möglichkeit sollte man aber Urlaub nehmen, um richtig vom Alltag abschalten und mögliche Probleme mit den Kollegen vermeiden zu können. Entspannungsübungen, Gymnastik und nicht zu anstrengende andere Formen der Bewegungstherapie dürfen auch bei der häuslichen Kurzfastenkur nicht fehlen. Die gründliche Darmreinigung ist gleichfalls unentbehrlich und erfolgt nach den Anweisungen des Therapeuten.

Im Grunde läuft die häusliche Fastenkur also ähnlich wie die Kur in der Klinik oder im Sanatorium ab, nur bleibt man dabei in der vertrauten Umgebung. Das kann von Vorteil sein, weil nicht zu viele Veränderungen zusammenkommen, führt andererseits aber auch zu praktischen Problemen und verhindert vor allem, dass man geistig-seelisch völlig vom Alltag abschalten kann. Deshalb sollte der Entschluss zur häuslichen Kur sehr gut überlegt und vorbereitet werden. Bei ungünstigen Voraussetzungen verzichtet man besser auf die Fastenkur zu Hause, ehe man einen Misserfolg erlebt und zukünftig vielleicht nichts mehr vom Fasten wissen will.

Die Vorbereitungen in der Woche vor der Kur entsprechen denen, die weiter vorne für die stationäre Fastenkur beschrieben wurden. Auch der Tag unmittelbar vor Kurbeginn wird in der dort beschriebenen Weise gestaltet. Die folgende Übersicht gibt an, wie man sich am Vorfastentag ernähren kann. Wir empfehlen dazu ein gutes Vollwertkochbuch, das man auch nach der Fastenkur zur gesundheitsbewussten Ernährung benötigt, zum Beispiel »Biologische Ernährung für eine gesunde und natürliche Lebensweise« von Gerhard Leibold, erschienen im Falken-Verlag GmbH, Niedernhausen. Die Kalorienzufuhr am Vorfastentag beträgt nach diesem Kostplan 1000 bis 1100 kcal; auch wenn man sich nicht danach richtet, sollte die Kalorienzufuhr nicht wesentlich höher liegen. Auf Genussmittel jeder Art muss strikt verzichtet werden.

Ernährung am Vorfastentag

• Frühstück

nach dem Aufstehen 2 Glas zimmerwarmes, kochsalz- und kohlensäurearmes Mineralwasser;

Bircher-Müsli oder Kollath-Frischkornbrei;

150 g Obst- oder Gemüsesaft und 1-2 Tassen Kräuter-(Rosmarin)tee ohne Zucker

• 2. Frühstück

150 g Obst- oder Gemüsesaft

• Mittagessen

grüner Salat mit Joghurtsoße;

Rohkostplatte mit Pellkartoffeln;

2 Glas Mineralwasser

• Zwischenmahlzeit am Nachmittag

150 g Obstsaft oder 1 mittelgroßer, frisch geriebener Apfel

• Abendessen

Kräuterquark mit 2 Scheiben Knäckebrot ohne Streichfett;

1-2 Glas Mineralwasser

• vor dem Schlafengehen (zwischen 21 und 22 Uhr)

1 Tasse schlaffördernder Baldrian-Hopfen-Tee ohne Zucker

Auch die fünf Fastentage laufen möglichst so ab, wie es weiter vorne bei der Kur in der Klinik oder im Sanatorium beschrieben wurde.

Unbedingt notwendig ist die ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit durch Mineralwasser und ungezuckerten Kräutertee, damit Schlacken und Gifte ausgeschieden werden können. Mindestens 2,5 1 sollten über den Tag verteilt getrunken werden. Hinzu kommt am 1., 3. und 5. Fastentag die gründliche Darmreinigung durch Glaubersalz oder ein ähnliches Abführmittel nach Verordnung des Therapeuten. Außerdem sorgt man durch Gymnastik und Sport für ausreichende Bewegung an der frischen Luft, übt regelmäßig Entspannung und positive Selbstbeeinflussung und gestaltet den Tag einmal ohne äußere Zwänge, um zu sich selbst zu finden. Das folgende Kurschema gilt für alle 5 Fastentage, am 2. und 4. Tag fällt allerdings die Darmreinigung durch Glaubersalz weg.

Kurplan für die Fastentage

• morgens nach dem Erwachen

Entspannungsübungen mit positiver Selbstbeeinflussung im Bett

• nach dem Aufstehen

2 Glas zimmerwarmes, kochsalz- und kohlensäurearmes Mineralwasser in kleinen Schlucken trinken;

5-10 Minuten Gymnastik;

Morgentoilette mit warmer Dusche oder warmem Bad, danach kurze kalte Dusche;

sorgfältige Mund- und Zahnpflege

• nach der Morgentoilette

am 1., 3. und 5. Fastentag jeweils 3/4 l Glaubersalzlösung (40 g Salz ins Wasser geben) oder ein ähnliches Abführmittel nach Verordnung des Therapeuten innerhalb von 10-20 Minuten zur gründlichen Darmreinigung einnehmen;

1-2 Tassen ungesüßter Kräutertee, bei niedrigem Blutdruck bevorzugt Rosmarintee

• vormittags

1 Tasse ungesüßter Kräutertee und 1-2 Glas Mineralwasser;

Gestaltung nach Belieben, zum Beispiel Lesen, Musikhören, kreative Betätigung, Spazierengehen (an Tagen mit Darmreinigung nicht zu weit von der Wohnung entfernen, da mehrere Darmentleerungen zu erwarten sind)

• mittags (etwa zur Essenszeit)

1 Tasse ungesüßter Kräutertee und 1-2 Glas Mineralwasser;

nach Möglichkeit 1-2 Stunden Bettruhe mit Entspannungsübungen und positiver Selbstbeeinflussung;

zur Anregung der Leberfunktionen kann in dieser Zeit nach Verordnung des Therapeuten eine warme Leibauflage (Beschreibung siehe unten) angelegt werden

• nachmittags

1 Tasse ungesüßter Kräuter-(kein Rosmarin-)tee und 1-2 Glas Mineralwasser;

Gestaltung des Nachmittags nach Belieben wie am Vormittag

• abends (bis spätestens 19 Uhr)

1 Tasse Kräutertee oder leichte, fett- und salzfreie Gemüsebrühe und 1-2 Glas Mineralwasser;

Gestaltung des Abends nach Belieben

• vor dem Schlafengehen (zwischen 21 und 22 Uhr)

1 Tasse schlaffördernder Baldrian-Hopfen-Tee ohne Zucker;

5-10 Minuten Gymnastik;

Abendtoilette mit warmer Dusche und gründlicher Mund-Zahn-Pflege

• im Bett (vor dem Einschlafen)

Rückblick auf den Tag;

Entspannungsübungen mit positiver Selbstbeeinflussung, die das Einschlafen erleichtert und auf den nächsten Fastentag einstimmt

Wenn der Therapeut nichts anderes verordnet hat, muss die Flüssigkeitszufuhr während des Fastentages mindestens 2,5 l betragen.

Die Leberauflage während der Mittagsruhe hat sich gut bewährt, um das Organ bei seiner wichtigen Entgiftungsarbeit zu unterstützen. Man benötigt dazu ein Leintuch, das so 2- bis 6fach zusammengefaltet wird, dass es die Lebergegend (rechter Oberbauch) vollständig bedeckt. Es wird in heißes Wasser getaucht, ausgewrungen und so warm wie gerade noch gut erträglich auf die Lebergegend gelegt. Darüber kommt ein trockenes Leintuch, das ungefähr 40-50 cm breit und 120-140 cm lang sein soll, und als äußerer Abschluss ein etwas größeres Wolltuch. Das trockene Leintuch und das Wolltuch wickelt man über die Leberauflage ganz um den Leib herum, so daß beide Tücher vom Rippenbogen bis zu den Oberschenkeln reichen. Die Anwendung dauert ungefähr 1-2 Stunden. Während dieser Zeit bleibt man gut zugedeckt; bei Bedarf sorgt eine Wärmflasche für zusätzliche Erwärmung. Günstig ist es, wenn es dabei zum Schweißausbruch kommt, weil dadurch Schlacken und Gifte auch über die Haut ausgeschieden werden. Nach Rücksprache mit dem Therapeuten können auch regelrechte Schwitzpackungen angewendet werden, die allerdings recht anstrengend und deshalb nicht immer erlaubt sind; Vorsicht ist vor allem bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden geboten.

Nach Ablauf der 5 Fastentage muss unbedingt das 2tägige Fastenbrechen strikt eingehalten werden. Dafür gelten im Prinzip wieder die gleichen Regeln, die weiter vorne bei der Fastenkur in der Kuranstalt beschrieben wurden. Wir geben im folgenden einen Überblick über die 2 Tage des Fastenbrechens. Die hier genannten Maßnahmen sind unbedingt notwendig, um problemlos von der Fastenkur zur normalen Ernährungs- und Lebensweise überzuleiten. Bei Bedarf kann der Therapeut im Einzelfall auch zusätzliche Maßnahmen verordnen.

I. Tag des Fastenbrechens

• morgens nach dem Erwachen

Entspannungsübungen mit positiver Selbstbeeinflussung im Bett

• nach dem Aufstehen

1-2 Glas kochsalz- und kohlensäurearmes, zimmerwarmes Mineralwasser in kleinen Schlucken trinken;

5-10 Minuten Gymnastik;

Morgentoilette wie während der Fastenkur

• nach der Morgentoilette

1-2 Tassen Kräuter-(Rosmarin-)tee mit etwas Honig

• vormittags

1 Tasse Kräutertee mit etwas Honig;

Kompott aus 1 mittelgroßen, gedünsteten Apfel;

Bewegung an der frischen Luft und Gestaltung nach Belieben wie während der Kurtage

• mittags

1-2 Tassen leichte Gemüsebrühe ohne Fett und Salz;

2 Glas Mineralwasser;

1 Stunde Bettruhe mit Leberauflage, wenn diese auch während der Kurtage durchgeführt wurde

 

• nachmittags

1-2 Glas Kräutertee (kein Rosmarintee) mit etwas Honig;

Apfelkompott wie vormittags;

Bewegung an der frischen Luft und Freizeitgestaltung nach Belieben

• abends (bis gegen 19 Uhr)

1 Tasse fett- und salzfreie Gemüsebrühe;

1 /2 -l Becher Magerjoghurt mit Kräutern und 1 Scheibe Knäckebrot;

1 Tasse Kräutertee (kein Rosmarintee) mit etwas Honig und 1-2 Glas Mineralwasser

• vor dem Schlafengehen (nochmals zwischen 21 und 22 Uhr)

1 Tasse Baldrian-Hopfen-Tee ohne Honig zum besseren Einschlafen;

5-10 Minuten Gymnastik;

Abendtoilette

• im Bett (vor dem Einschlafen)

Tagesrückblick;

Entspannungsübungen und positive Selbstbeeinflussung



An Kalorien führt der 1. Tag des Fastenbrechens also zu:

 

kcal

kJ

3-4 TL Honig

35- 50

146-209

2 Apfel (als Kompott)

80-100

335-419

1 /2 - 1 Becher Magermilchjoghurt

40- 80

167-335

2-3 Tassen Gemüsebrühe

70-100

293-419

1 Scheibe Knäckebrot

30- 40

126-167

insgesamt

255-370

1067-1549

  Hinzu kommen noch Mineralwasser und Kräutertee ohne Kaloriengehalt, insgesamt eine Tagestrinkmenge von ungefähr 2 l.

2. Tag des Fastenbrechens

• morgens nach dem Erwachen (etwa zu der Zeit, zu der man später aufstehen muss)

Entspannungsübungen mit positiver Selbstbeeinflussung im Bett

• nach dem Aufstehen

1 Glas zimmerwarmes Mineralwasser in kleinen Schlucken;

1 /4 l Wasser mit 10-15 g Glaubersalz oder ähnlich wirkendem Abführmittel;

5-10 Minuten Gymnastik;

Morgentoilette wie während der Fastenkur

• Frühstück

1-2 Scheiben Knäckebrot mit höchstens 5 g Diätmargarine und 1/2 Becher Magerjoghurt mit Kräutern;

2 Tassen Kräuter-(Rosmarin-)tee mit etwas Honig

• 2. Frühstück

1 mittelgroßer Apfel, roh, frisch gerieben;

1-2 Tassen Kräutertee mit etwas Honig oder 1-2 Glas Mineralwasser

• vormittags

Freizeitgestaltung nach Belieben mit all mählicher Anpassung an die Erfordernisse des Alltags und Bewegung an der frischen Luft (wegen der abführenden Wirkung des Glaubersalzes aber nicht zu lange und weit von der Wohnung weggehen)

• Mittagessen

Salat, Pellkartoffeln und leicht verdauliches gedünstetes Gemüse;

2 Glas Mineralwasser

• nachmittags

Gestaltung wie am Vormittag

• Zwischenmahlzeit

1 Apfel wie vormittags;

1 Tasse Kräutertee mit etwas Honig und 1 Glas Mineralwasser

• Abendessen (spätestens bis gegen 19 Uhr)

1-2 Scheiben Knäckebrot mit 5 g Diätmargarine und 1/2 Becher Magerjoghurt mit Kräutern, dazu 1 Tomate ohne Salz;

1-2 Tassen Kräutertee (kein Rosmarintee) mit etwas Honig oder 1-2 Glas Mineralwasser

• vor dem Schlafengehen (gegen 22 Uhr, wie es später beibehalten werden soll)

5-10 Minuten Gymnastik;

Körper-, Mund- und Zahnpflege;

1 Tasse schlaffördernder Baldrian-Hopfen-Tee ohne Honig;

Tagesrückblick;

• im Bett (vor dem Einschlafen)

Entspannungsübungen mit positiver Selbstbeeinflussung

Damit endet die Fastenkur, und am nächsten Morgen geht man wieder zur normalen Ernährungs- und Lebensweise über, die aber alle früheren Fehler vermeiden muss. In den folgenden Tagen sollte man noch keine zu schweren oder reichlichen Mahlzeiten zu sich nehmen, um die Verdauungs- und Stoffwechselfunktionen nicht zu überfordern. Die Aufteilung der Kost auf 3 Hauptmahlzeiten und 2 kleine Zwischenmahlzeiten am Vormittag und Nachmittag wird im Alltag möglichst beibehalten, das nützt der Gesundheit.

Am 2. Tag des Fastenbrechens führt man also folgende Kalorien zu:

 

kcal

kJ

  3-4 TL Honig

35- 50

 146- 209

2 Apfel (frisch gerieben)

80-100

335- 419

1 Becher Magermilchjoghurt

80

335

10 g Diätmargarine

80

335

2-4 Scheiben Knäckebrot

60-160

251- 669

Pellkartoffeln, Salat und Gemüse

300-400

1255-1673

1 Tomate

10- 15

42- 63

insgesamt

645-885

2699-3 703


     


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