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Hausapotheke

Bewährte Hausmittel zur Behandlung von Alltagsbeschwerden

Leber- und Gallebeschwerden


Zur Selbstbehandlung von Leber- und Gallebeschwerden

Mittel der Volksmedizin, die bewährten Hausmittel also, sind gegen die deutlich wahrnehmbaren, häufig schmerzhaften Symptome der jeweiligen Krankheit gerichtet oder dienen der Vorbeugung. Bei vielen Krankheiten zeigen sich diese Anzeichen sehr ausgeprägt und sind auch für den Laien erkennbar. Im Fall einer Lebererkrankung, sieht man einmal von der Hepatitis (Leberentzündung) ab, deren Symptome sich in kaffeebraunem Urin, weißem Stuhl und gelbgefärbten Augen zeigen, gibt es dagegen für den Laien nur sehr wenig Anhaltspunkte, die eine eindeutige Aussage zulassen. Ein Druckschmerz im Leberbereich oder Wassersucht im Bauch sind wichtige Hinweise, doch andere Anzeichen wie Hautjucken, rote Handinnenflächen, schlechter Stuhlgang, Müdigkeit oder Appetitlosigkeit können eine Lebererkrankung anzeigen oder sie begleiten; eindeutige Klarheit aber schafft nur die ärztliche Untersuchung. Deshalb ist die erste Forderung, dass bei dem geringsten Verdacht auf eine Leber- und Galleerkrankung der Arzt aufgesucht werden muss! Er kann mit Hilfe von Röntgenuntersuchungen, Blut- und Urintests die Diagnose stellen und die richtige Therapie bestimmen. Damit stellt sich die Frage, ob in einem solchen Fall Hausmittelempfehlungen überhaupt angebracht sind. Die Antwort ist ja, denn mit bewährten Hausmitteln lässt sich eine ärztliche Therapie durchaus sinnvoll unterstützen.

Die Leber, das wichtigste Entgiftungsorgan unseres Körpers, ist häufig durch unsere Lebens- und Eßgewohnheiten überfordert; auch Genussmittel, dabei vor allem übermäßiger Alkoholkonsum, können die Leber nachhaltig schädigen. Sie braucht daher Schonung und Schutz, und dafür bieten sich einige Heilpflanzen aus der Hausapotheke an. An erster Stelle stehen die Mariendistelfrüchte, deren Wirkstoffkomplex Silymarin schützend und regenerierend auf die Leber einwirkt. Doch es gibt viele andere leberwirksame Heilkräuter wie Pfefferminze, Odermennig, Löwenzahn, Schöllkraut, Schafgarbe und Artischocke, die sich als Hausmittel bewährt haben.

Auch Gallebeschwerden wie Gallenblasenentzündung, Entzündung der Gallenwege oder Gallensteine, gehören in ärztliche Behandlung.

Wenn der Arzt Gallensteine im Röntgenbild diagnostiziert, stellt sich die Frage, ob operiert werden muss oder nicht. Es kommt mir nicht zu, hierzu einen Rat zu erteilen; das ist allein Sache des Arztes. Da aber sehr viele Menschen unter Gallensteinen leiden, dadurch häufig Schmerzen haben oder sogar von heftigen Gallekoliken geplagt werden, möchte ich an dieser Stelle einige wirksame Hausmittel vorstellen, die - nach Absprache mit dem Arzt - helfen können, diese Beschwerden zu lindern. Sie sind in ihrer Zusammensetzung so beschaffen, dass sie sowohl die Galleproduktion in der Leber anregen und Entzündungen der Gallenblase sowie der Gallenwege bessern, als auch den Galleabfluss regulieren, bei der unruhigen »Steingalle« beruhigend wirken und die anfallsweise auftretenden kolikartigen Schmerzen lindern. Zudem sind sie häufig ein zusätzliches Leberschutztherapeutikum. Diese Heilpflanzen können auch erfolgreich bei Magen- und Darmbeschwerden eingesetzt werden, denn eine gestörte Leberfunktion oder ein behinderter Galleabfluss beeinträchtigen die gesamte Verdauung, lösen manche Magenleiden aus und können Ursache von Blähungen und Stuhlverstopfung sein.


Leberbeschwerden

Mariendistel-Tee

Für leberkranke Patienten oder auch einfach zum Schutz der Leber ist eine Teekur mit Mariendistel uneingeschränkt zu empfehlen. Die Beschwerden werden gelindert und das Allgemeinbefinden bessert sich. Auch eine überstandene akute Hepatitis wird erfolgreich mit Mariendistel-Tee nachbehandelt.

• Zubereitung und Anwendung: 2 Teelöffel zerstoßene Mariendistelfrüchte mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen, 10 bis 20 Minuten ziehen lassen und abseihen. Kurmäßig über einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen je 1 Tasse ungesüßten Tee morgens nüchtern, 1/2 Stunde vor dem Mittagessen und abends vor dem Schlafengehen sehr warm und schluckweise trinken.

Mariendistel-Löwenzahn- Teemischung

Löwenzahn besitzt ebenfalls eine Leberschutzwirkung. Die Wirkstoffe aus Löwenzahnwurzel und -kraut aktivieren die Tätigkeit der Leberzellen und unterstützen die Wirkung der Mariendistelfrüchte, so dass auch diese Teemischung sehr zu empfehlen ist.

Wichtig: Bei extrem magenempfindlichen Patienten kann es in seltenen Fällen bei längerer Anwendung von Löwenzahn zu Magenschmerzen kommen. Dann ist die Kur sofort abzubrechen.

Mariendistelfrüchte, zerstoßen 20,0

Löwenzahnwurzel mit Kraut 10,0

• Zubereitung und Anwendung: 2 Teelöffel dieser Mischung mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen, 10 bis 20 Minuten ziehen lassen und abseihen. Kurmäßig über einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen je 1 Tasse ungesüßten Tee morgens nüchtern, 1/2 Stunde vor dem Mittagessen und abends vor dem Schlafengehen sehr warm und schluckweise trinken.

Mariendistel-Pfefferminz- Teemischung

Die Mariendistel kann auch mit Pfefferminze gemischt werden; dadurch erreicht man nicht nur eine Geschmacksverbesserung, sondern in manchen Fällen auch eine bessere Wirkung.

Mariendistelfrüchte, zerstoßen 20,0

Pfefferminzblätter 10,0

• Zubereitung und Anwendung: 2 Teelöffel dieser Mischung mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen, 10 bis 20 Minuten ziehen lassen und abseihen. Kurmäßig über einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen je 1 Tasse ungesüßten Tee morgens nüchtern, 1/2 Stunde vor dem Mittagessen und abends vor dem Schlafengehen sehr warm und schluckweise trinken.

Mariendistel-Löwenzahn- Brennnessel-Teemischung

Eine Teemischung, die eine Leberschutztherapie einschließt, zudem den gesamten Körperstoffwechsel anregt und sich damit auch zur Frühjahrs- und Herbstkur eignet, ist folgendermaßen zusammengesetzt:

Wichtig: Wer unter Ödemen (Wasseransammlungen im Körper) leidet, die durch eingeschränkte Herz- oder Nierentätigkeit ausgelöst werden, sollte nach Empfehlung des Bundesgesundheitsamtes Tees oder Teemischungen, die wassertreibend wirken, nicht oder zumindest nicht in großer Menge und über einen längeren Zeitraum anwenden. Dazu gehören zum Beispiel Brennnessel, Birke, Schachtelhalm, Orthosiphon (Indischer Blasen- und Nierentee), Goldrute und Hauhechel. Befragen Sie dazu bitte den Arzt; er entscheidet darüber, ob der empfohlene Tee für Sie geeignet ist.

Bei extrem magenempfindlichen Patienten kann es in seltenen Fällen bei längerer Anwendung von Löwenzahn zu Magenschmerzen kommen. Dann ist die Kur sofort abzubrechen.

Mariendistelfrüchte, zerstoßen 20,0

Löwenzahnwurzel mit Kraut 20,0

Brennnesselblätter 10,0

Birkenblätter 10,0

Goldrutenkraut 10,0

• Zubereitung und Anwendung: 1 bis 2 Teelöffel dieser Mischung mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen, 10 bis 20 Minuten ausziehen und abseihen. Kurmäßig über einen längeren Zeitraum, mindestens jedoch zweimal im Jahr jeweils für 4 Wochen täglich 2 Tassen ungesüßten Tee trinken.

Schafgarben-Tee

Schafgarbe, ein aromatisches Bittermittel, empfiehlt sich bei Leber- und Gallebeschwerden. Sie wirkt leicht krampflösend und entzündungshemmend.

Wichtig: Manche Menschen reagieren allergisch auf die Anwendungen mit Schafgarbe. Treten nach der Einnahme von Schafgarben-Tee oder nach einem Schafgarben-Bad Hautjucken, Hautrötungen oder Nesselausschlag auf, müssen diese Anwendungen sofort abgesetzt werden. Anstelle von Schafgarbe kann man Melisse verwenden.

• Zubereitung und Anwendung: 1 Teelöffel zerschnittene Schafgarbe mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen und abseihen. Täglich 3 Tassen ungesüßten Tee mäßig warm trinken.

Schafgarben-Kamillen-Teemischung

Wer seinen Schafgarben-Tee »verbessern« möchte, kann diese Teemischung zubereiten:

Schafgarbenkraut 30,0

Kamillenblüten 10,0

Pfefferminzblätter 10,0

• Zubereitung und Anwendung: 1 Teelöffel dieser Mischung mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen und abseihen. Täglich 3 Tassen ungesüßten Tee mäßig warm trinken.

Artischocken-Saft

Die Artischocke, eine der Mariendistel ähnliche Pflanze, wird als Feingemüse geschätzt und ist auch als Artischocken-Saft in der Apotheke erhältlich. Die Artischocke enthält Stoffe, die günstig auf die kranke Leber und Galle einwirken: Sie entgiften die Leberzellen, regenerieren sie möglicherweise sogar, stimulieren die Galleabsonderung und hemmen die Gallensteinbildung. Daneben konnte man beobachten, dass die Artischocken-Wirkstoffe erhöhte Blutfette abbauen.

• Anwendung: Täglich 3mal je 1 Esslöffel Artischocken-Saft nach dem Essen ohne weitere Zusätze einnehmen.

Brauner Zuckerrübendicksaft mit Milch

Auch der braune Zuckerrübendicksaft (aus dem Reformhaus) mit Milch ist ein wirksames Leberschutzmittel. Seine Wirkung wird dem darin enthaltenen Betain, einer lebenswichtigen Aminosäure, zugeschrieben.

• Anwendung: Täglich 3mal je 2 Teelöffel braunen Zuckerrübendicksaft in 1/4 Liter warmer Milch einnehmen. (Für Diabetiker nicht geeignet.)

Leinsamen-Säckchen

Das Leinsamen-Säckchen, ein altbewährtes Hausmittel, hat sich besonders bei Leberschwellung bewährt. Die wohltuende, auch in der Tiefe wirksame Wärme lindert nachhaltig den Schmerz.

• Zubereitung und Anwendung: Ein Mullsäckchen in entsprechender Größe mit ganzen Leinsamen füllen, 10 Minuten in siedendes Wasser hängen und auf etwa 42° С abkühlen lassen (wenn dies zu heiß ist, auf eine Temperatur, die vertragen wird). Das Säckchen auf die schmerzende Stelle legen und mit einem Wolltuch so umwickeln, dass es fest am Körper anliegt; etwa 30 Minuten liegen lassen. Bei Bedarf den Vorgang wiederholen.

Traubensaft

Eine Kur mit rotem oder weißem Traubensaft (aus der Apotheke oder dem Reformhaus) ist ein bewährtes Hausmittel, um die strapazierte Leber zu entlasten.

• Anwendung: Kurmäßig über einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen 1mal wöchentlich einen Traubensaft-Tag einlegen, an dem, auf 5 bis 6 Portionen verteilt, ausschließlich 2 Liter Traubensaft getrunken werden.

Rettichsaft-Honig

Eine Rettichsaft-Honig-Kur - oder Wechselkur, wie diese alte Hausmittelanwendung auch genannt wird - ist ebenfalls wohltuend für Leber und Galle.

• Zubereitung und Anwendung: Am ersten Tag geschnittenen (Bier-) Rettich im Entsafter zu Saft verarbeiten und 3mal jeweils 1/8 Liter frischen Rettichsaft trinken, am zweiten Tag 3mal jeweils 150 ml Milch mit je 3 Teelöffeln Bienenhonig verrühren und trinken. Diese Anwendungen kurmäßig im Wechsel über einen Zeitraum von 14 Tagen fortführen. (Für Diabetiker nicht geeignet.)

Chicoree-Salat

Die Bitterstoffe dieser Salatpflanze ähneln denen der Wegwarte, mit der sie verwandt ist. Sie aktivieren die Leber und verbessern den Gallefluss

• Anwendung: Im Winter so oft wie möglich, am besten täglich, Chicoree-Salat essen.

Rademachers Stechkörner-Tinktur

Diese Tinktur, in der Auszüge aus der Mariendistel enthalten sind, war früher ein beliebtes Lebermittel; man verabreichte sie bei fast allen Lebererkrankungen. Nachdem man sich heute immer mehr auf die wohltuende Wirkung dieser Heilpflanze besinnt, greift man auch gern wieder auf die Tinktur zurück. Sie ist in der Apotheke unter dem Namen Tinctura Cardui Mariae Rademacheri erhältlich.

• Anwendung: Bei Bedarf täglich 3mal je 5 bis 10 Tropfen in wenig Wasser einnehmen.

Karlsbader Salz

Karlsbader Salz (aus der Apotheke) ist bei Gelbsucht und anderen Leberleiden ein bewährtes Abführmittel, das die bei Gelbsucht häufig auftretende Stuhlträgheit wirksam behebt.

• Anwendung: Bei Bedarf täglich 2- bis 3mal je 1 Teelöffel Karlsbader Salz in einem Glas Wasser auflösen und trinken.


Gallebeschwerden


Gestörter Galleabfluss

Pfefferminz-Tee

Pfefferminz-Tee ist ein ausgezeichnetes Mittel bei gestörtem Galleabfluss und hilft zudem, die Galleproduktion in der Leber zu fördern. Auch Menschen mit Gallensteinen haben gute Erfahrungen mit diesem Tee gemacht. Daneben leistet er ausgezeichnetete Dienste bei Magenerkrankungen. Die Wirksamkeit der Pfefferminze bei Galleerkrankungen beruht auf den Bitterstoffen und dem ätherischen Öl.

• Zubereitung und Anwendung: 1 gehäuften Esslöffel Pfefferminzblätter mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen, zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Täglich 2 bis 3 Tassen ungesüßten Tee trinken.

Mariendistel-Löwenzahn-Pfefferminz-Teemischung

Für die Menschen, die über Druck- oder Völlegefühl im Bauch klagen, empfiehlt sich dieser Tee:

Mariendistelfrüchte, zerstoßen 20,0

Löwenzahnwurzel mit Kraut 10,0

Pfefferminzblätter 10,0

• Zubereitung und Anwendung: 1 gehäuften Teelöffel dieser Mischung mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen, 10 bis 20 Minuten ziehen lassen und abseihen. Täglich 2 bis 3 Tassen ungesüßten Tee trinken.

Mariendistel-Löwenzahn-Pfefferminz-Kümmel-Teemischung

Wer dazu noch unter Blähungen leidet, wird diesen Tee bevorzugen:

Mariendistelfrüchte, zerstoßen 15,0

Löwenzahnwurzel mit Kraut 15,0

Pfefferminzblätter 5,0

Kümmelfrüchte, zerstoßen 5,0

• Zubereitung und Anwendung: 1 gehäuften Teelöffel dieser Mischung mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen, 10 bis 20 Minuten ziehen lassen und abseihen. Täglich 2 bis 3 Tassen ungesüßten Tee trinken.

Enzian-Pfefferminz-Teemischung

Wenn Druckgefühl und Schmerzen regelmäßig nach dem Essen auftreten, hilft dieser Tee.

Wichtig: Wer unter Ödemen (Wasseransammlungen im Körper) leidet, die durch eingeschränkte Herz- oder Nierentätigkeit ausgelöst werden, sollte nach Empfehlung des Bundesgesundheitsamtes Tees oder Teemischungen, die wassertreibend wirken, nicht oder zumindest nicht in großer Menge und über einen längeren Zeitraum anwenden. Dazu gehören zum Beispiel Brennnessel, Birke, Schachtelhalm, Orthosiphon (Indischer Blasen- und Nierentee), Goldrute oder Hauhechel. Befragen Sie dazu bitte den Arzt; er entscheidet darüber, ob der empfohlene Tee für Sie geeignet ist.

Bei extrem magenempfindlichen Patienten kann es in seltenen Fällen bei längerer Anwendung von Löwenzahn zu Magenschmerzen kommen. Dann ist die Kur sofort abzubrechen.

Enzianwurzel 10,0

Pfefferminzblätter 10,0

Kamillenblüten 10,0

Löwenzahnwurzel mit Kraut 10,0

Brennnesselblätter 10,0

Johanniskraut 10,0

• Zubereitung und Anwendung: 1 bis 2 Teelöffel dieser Mischung mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Entweder bei Bedarf 1 Tasse ungesüßten Tee oder regelmäßig über einige Tage hinweg morgens und abends jeweils 1 Tasse Tee, ebenfalls ungesüßt, trinken.

Tausendgüldenkraut-Tee

Die Wirkung des Tausendgüldenkraut erstreckt sich nicht nur auf Magen und Darm (siehe hier), auch die Gallenblase wird durch die Bitterstoffe zu erhöhter Absonderung von Gallensaft angeregt. Tausendgüldenkraut-Tee wird kalt ausgezogen.

Wichtig: Nicht anwenden bei Magen- oder Darmgeschwüren.

• Zubereitung und Anwendung: 1 gehäuften Teelöffel zerschnittenes Tausendgüldenkraut mit 1/4 Liter kaltem Wasser übergießen, unter gelegentlichem Umrühren 6 bis 8 Stunden ausziehen, abseihen und auf Trinktemperatur erwärmen. Täglich 3mal je 1 Tasse ungesüßten Tee trinken.

Kurkuma

Kurkuma (aus der Apotheke) ist ein dem Ingwer verwandtes Gewürz und Bestandteil des Curry, das in Diäten für Leber- und Gallepatienten häufig verwendet wird. Auch in der Heilkunde gilt die Droge als probates Mittel bei Leber- und Galleleiden. Ihre Wirkstoffe, das ätherische Öl und die Curcumine, sind verantwortlich für die galletreibende Wirkung.

Wichtig: Nicht anwenden bei Gallensteinen und Verschluss der Gallenwege.

• Anwendung: Täglich 3mal nach dem Essen je 0,5 Gramm Kurkumapulver (als Oblatenkapsel, aus der Apotheke) einnehmen. Danach 1/4 Liter warmes Wasser trinken.

Galletropfen (»Dreierlei-Tropfen«)

Galletropfen, in der Hausmittelmedizin »Dreierlei-Tropfen« genannt, aktivieren den Gallefluss. Sie sind eine Mischung aus Pfefferminz-Tinktur, Schöllkraut-Tinktur und Pomeranzen-Tinktur zu gleichen Teilen (aus der Apotheke).

• Anwendung: Bei Bedarf 1/2 Stunde vor dem Essen 10 bis 20 Tropfen in 1/2 Glas Wasser einnehmen. (In den Tropfen ist Alkohol enthalten.)

Johanniskraut-Öl

Johanniskraut-Öl (aus der Apotheke), ein sehr altes Hausmittel, das schon von Hippokrates, dem berühmten Arzt der Antike, gerühmt wurde, hilft ebenfalls ausgezeichnet bei Galle- und Leberbeschwerden.

Wichtig: Intensive Sonneneinwirkung, Höhensonne oder Solarien sollten während der Einnahme vermieden werden, da Johanniskraut-Öl lichtempfindlich macht.

• Anwendung: Bei Bedarf täglich 2- bis 3mal je 1 Teelöffel Johanniskraut-Öl ohne weitere Zusätze einnehmen.

Rettich-Saft

Rettich-Saft, kurmäßig angewendet, hat sich als Mittel gegen mangelhaften Gallefluss bewährt. Auch entzündete Gallenwege lassen sich durch eine Rettichsaft-Kur günstig beeinflussen.

• Zubereitung und Anwendung: Geschnittenen (Bier-)Rettich in einem Haushaltsentsafter zu Saft verarbeiten. Kurmäßig über einen Zeitraum von etwa 14 Tagen täglich vor den Hauptmahlzeiten je 1 Glas mit etwa 50 bis 100 Gramm frischem Rettich-Saft trinken.

Honigmilch

Eine Kur mit Honigmilch ist ein weiteres alte Hausmittel bei Beschwerden durch schlechte Galleabfluss, aber auch bei Neigung zu Gallensteinen.

• Zubereitung und Anwendung: 1 Glas abgekochte, noch warme Milch mit 3 Esslöffeln Honig verrühren. Kurmäßig über einen Zeitraum von 2 bis 3 Wochen täglich zwischen den Hauptmahlzeiten je 1 Glas Honigmilch trinken. (Für Diabetiker nicht geeignet.)

Honig mit Ei

Ein gestörter Galleabfluß läßt sich nach einer alten Hausmittelempfehlung auch mit einer Mischung aus Honig und Ei regulieren.

• Zubereitung und Anwendung: 1 Eidotter mit 2 Teelöffeln Honig verrühren und 1 Stuncr vor den Mahlzeiten einnehmen. (Für Diabetiker nicht geeignet.)

Rettich mit Sauerrahm

Die gleiche Wirkung wird einer Mischung aus Rettich mit Sauerrahm zugeschrieben.

• Zubereitung und Anwendung: 2 Teelöffel frischen Rettich-Saft mit 2 Teelöffeln Sauerrahm verrühren und 1 Stunde vor den Mahlzeiten einnehmen.

Knoblauch

Knoblauch, das altbekannte Würzmittel, wirkt ebenfalls choleretisch (galletreibend).

• Zubereitung und Anwendung: Knoblauch kleinhacken; bei Bedarf mehrmals täglich eine Messerspitze Knoblauch entweder ohne weiteren Zusatz oder im Salat oder in Quark essen.


Gallensteine, Gallekoliken

Wärmflasche

Die Gummiwärmflasche bringt Erste Hilfe bei Gallekoliken. Ihre trockene Wärme lindert den Schmerz und entspannt die verkrampften Muskeln.

• Anwendung: Eine Wärmflasche mit so heißem Wasser füllen, wie es vertragen wird, in ein Tuch wickeln und auf die schmerzende Stelle legen.

Heublumen-Sack

Eine Auflage mit einem Heublumen-Sack eignet sich ebenfalls vorzüglich zur Behandlung akuter und chronischer Schmerzen. Auch zur Schmerzlinderung bei Gallekoliken ist sie bestens geeignet.

Im Handel gibt es bereits vorbereitete Heublumen-Säcke, die eine genaue Gebrauchsanweisung enthalten. Man kann sie aber auch selbst herstellen.

• Zubereitung und Anwendung: Zunächst einen Leinensack in der Größe der zu behandelnden Stelle nähen und ihn mit Heublumen füllen, bis er etwa 5 bis 8 cm dick ist. Den Sack zunähen, in einem Topf mit kochendem Wasser übergießen und zugedeckt etwa 15 Minuten ziehen lassen. Nach dem Herausnehmen zwischen zwei Holzbrettern gut auspressen, in ein Tuch einschlagen (der Sack sollte dabei eine Temperatur von etwa 40° bis 45° С haben, auf jeden Fall so heiß, wie es vertragen wird) und auf die schmerzende Stelle legen. Mit einem Wolltuch so umwickeln, dass er fest am Körper anliegt. Den Heublumen-Sack liegen lassen, so lange er warm ist.

Wermut-Tee

Heilpflanzen mit Bitterstoffen, wie etwa der Wermut, werden von Patienten mit Gallensteinen immer wieder als besonders wirksam gerühmt, wenn es um die Vorbeugung drohender Koliken geht. Dabei muss allerdings der bittere Geschmack dieses Tees akzeptiert werden, denn Süßen mit Zucker, Honig oder Süßstoff bringt hier keine Verbesserung.

Eine kranke Gallenblase ist oft Ursache für Verdauungsschwäche und Appetitlosigkeit. Ob es sich dabei um Gallensteine, um Störungen des Galleabflusses oder um eine chronisch entzündete Gallenblase handelt, ist für eine Behandlung ohne Bedeutung. Eine »unruhige« Steingalle macht Beschwerden, die man durch die Behandlung mit Wermut, dem aromatischen Bittermittel schlechthin, ausschalten kann. Dabei hilft Wermut-Tee überraschend schnell. Vor allem Patienten mit Gallensteinen loben diesen Tee, weil sie damit aufkommenden Gallekoliken - etwa nach Diätsünden - vorbeugen können. Auch zur Nachbehandlung von Koliken eignet er sich gut. Bei Menschen mit empfindlicher Galle kann schon eine Tasse Wermut-Tee pro Tag eine gute Vorbeugung sein.

• Zubereitung und Anwendung: 1 Teelöffel zerschnittenes Wermutkraut mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Bei Bedarf 1 Tasse ungesüßten Tee sehr warm trinken.

Wermut-Tausendgüldenkraut-Teemischung

Wem Wermut allein zu bitter schmeckt, kann sich eine Teemischung mit Tausendgüldenkraut und Pfefferminze bereiten:

Wermutkraut 10,0

Tausendgüldenkraut 10,0

Pfefferminzblätter 10,0

• Zubereitung und Anwendung: 1 Teelöffel dieser Mischung mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen und abseihen. Bei Bedarf 1 Tasse ungesüßten Tee sehr warm trinken.

Löwenzahn-Tee

Kann bei einem Menschen, der zur Gallensteinbildung neigt oder schon eine Gallensteinoperation hinter sich hat, eine Neubildung von Gallensteinen durch regelmäßiges Teetrinken verhindert werden? Diese Frage lässt sich mit »ja« beantworten. Es gilt als erwiesen, dass Löwenzahn in der Lage ist, sowohl die Gallensteinbildung als auch die Vergrößerung bereits vorhandener Gallensteine zu verhindern. Der Wirkungsmechanismus ist allerdings noch nicht in allen Einzelheiten erforscht. Leider hat sich die Hoffnung, mit Löwenzahnwirkstoffen Gallensteine aufzulösen, um so eine Operation zu umgehen, bis jetzt nicht bestätigt.

Ich empfehle allen Leber- und Gallepatienten, vor allem aber jenen, die an Gallensteinen leiden, zweimal im Jahr, am besten im Frühjahr und Herbst (Frühjahrs- und Herbstkur), eine Kur mit Löwenzahn-Tee durchzuführen.

Wichtig: Nicht anwenden bei Verschluss oder Entzündung der Gallenwege. Bei extrem magenempfindlichen Patienten kann es in seltenen Fällen bei längerer Anwendung von Löwenzahn zu Magenschmerzen kommen. Dann ist die Kur sofort abzubrechen.

• Zubereitung und Anwendung: 2 Teelöffel Löwenzahnwurzel mit Kraut mit 1/4 Liter Wasser übergießen, zum Sieden erhitzen und 1 Minute später vom Herd nehmen. 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Täglich 2 Tassen ungesüßten Tee trinken. Als Frühjahrs- und Herbstkur über einen Zeitraum von 6 bis 8 Wochen täglich morgens und abends je 1 Tasse Tee, ebenfalls ungesüßt, trinken.

Beifuß-Tausendgüldenkraut- Teemischung

Eine »Steingalle« lässt sich auch gut mit diesem Tee beruhigen:

Beifußkraut 10,0

Tausendgüldenkraut 10,0

Pfefferminzblätter 10,0

• Zubereitung und Anwendung: 1 gehäuften Teelöffel dieser Mischung mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Wenn sich eine Gallenkolik anbahnt oder zur Vorbeugung, vor allem nach schweren und fettreichen Mahlzeiten, 1 Tasse ungesüßten Tee schluckweise und sehr warm trinken.

Wermut-Tinktur

Wermut-Tinktur (aus der Apotheke) hilft, Galleschmerzen zu lindern, die sich nach Diätsünden oder Aufregungen und starken Belastungen einstellen.

• Anwendung: 20 bis 30 Tropfen Wermut-Tinktur in 1/2 Glas warmem Wasser auflösen und schluckweise trinken. Bei kurmäßiger Anwendung 3mal täglich jeweils 15 bis 20 Tropfen in etwas warmem Wasser auflösen und schluckweise einnehmen. (In den Tropfen ist Alkohol enthalten.)

Galletropfen »Dreierlei-Tropfen«

Galletropfen, in der Hausmittelmedizin auch »Dreierlei-Tropfen« genannt, sind eine Mischung aus Pfefferminz-Tinktur, Schöllkraut-Tinktur und Pomeranzen-Tinktur zu gleichen Teilen (aus der Apotheke). Sie aktivieren den Gallefluss (siehe hier), sind aber auch bei Galleschmerzen angezeigt.

• Anwendung: Bei Bedarf 10 bis 20 Tropfen in etwas warmem Wasser auflösen und schluckweise einnehmen. (In den Tropfen ist Alkohol enthalten.)

Milch

Milch, als Schlaftrunk angewendet, schützt vor Gallensteinen, wie eine alte Hausmittelempfehlung besagt. Inzwischen ist diese Aussage auch wissenschaftlich bewiesen worden. Milch zwingt die Gallenblase, sich zu entleeren. Dadurch kann die Galleflüssigkeit während der Nacht nicht eindicken, so dass sich keine Kristallablagerungen, die als »Keime« für die Gallensteine angesehen werden, bilden können.

• Anwendung: Regelmäßig täglich abends vor dem Schlafengehen 1 Glas warme Milch trinken.



Gallebeschwerden


Gallenblasen- oder Gallenwegsentzündungen

Erdrauch-Tee

Diese Heilpflanze besitzt Inhaltsstoffe, die Gallenwegserkrankungen günstig beeinflussen, weil sie krampflösend wirken und zudem den Galleabfluss regulieren. Erdrauch ist deshalb sowohl bei akuten als auch bei chronischen Gallebeschwerden zu empfehlen. Die Schmerzen im rechten Oberbauch lassen nach, Speisen werden besser vertragen und Übelkeit, Brechreiz oder Kopfschmerzen verschwinden.

• Zubereitung und Anwendung: 1 Teelöffel Erdrauch mit 1/4 Liter Wasser übergießen, zum Sieden erhitzen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Bei Bedarf täglich bis zu 3 Tassen ungesüßten Tee trinken.

Schöllkraut-Tee

Auch ein Tee aus Schöllkraut wirkt krampflösend bei Entzündungen der Gallenblase oder der Gallenwege.

• Zubereitung und Anwendung: 1 Teelöffel Schöllkraut mit 1/4 Liter Wasser übergießen, zum Sieden erhitzen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Bei Bedarf täglich bis zu 3 Tassen ungesüßten Tee trinken.

Tausendgüldenkraut-Pfefferminz-Schafgarben-Teemischung

Bei Druckgefühl, leichten bis mittelschweren (brennenden) Schmerzen und weitgehender Appetitlosigkeit ist diese Teemischung angezeigt:

Tausendgüldenkraut 10,0

Pfefferminzblätter 10,0

Schafgarbenblüten 10,0

Kamillenblüten 10,0

Tausendgüldenkraut-Pfefferminz-Kamillen-Teemischung

Wenn Blähungen nach den Mahlzeiten auftreten, eignet sich diese Teemischung:

Tausendgüldenkraut 10,0

Pfefferminzblätter 10,0

Kamillenblüten 10,0

Kümmelfrüchte, zerstoßen 5,0

Fenchelfrüchte, zerstoßen 5,0




Gallebeschwerden



Kamillen-Pfefferminz-Melissen-Teemischung

Wenn krampfartige Schmerzen überwiegen, hilft dieser Tee:

Kamillenblüten 10,0

Pfefferminzblätter 10,0

Melissenblätter 10,0

Schöllkrautwurzel 5,0

Erdrauchkraut 5,0

Sennesschoten-Faulbaum-Teemischung

Wenn zusätzlich eine Stuhlverstopfung vorliegt, sei dieser Tee angeraten:

Sennesschoten 5,0

Faulbaumrinde 5,0

Melissenblätter 5,0

Kamillenblüten 5,0

Fenchelfrüchte, zerstoßen 5,0

Anisfrüchte 5,0

Kümmelfrüchte 5,0

Wermutkraut 5,0

• Zubereitung und Anwendung: 1 bis 2 Teelöffel der jeweiligen Mischung mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Entweder bei Bedarf 1 Tasse ungesüßten Tee oder regelmäßig einige Tage morgens und abends 1 Tasse Tee, ebenfalls ungesüßt, trinken.


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