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Wellness - Das Fasten

Wir essen uns krank

Ernährungsabhängige Krankheiten als »Zivilisationsseuchen«

Das Interesse für Ernährungsfragen nahm in den letzten Jahren erheblich zu. Trotzdem machen sich viel zu viele Menschen noch immer keine Gedanken über ihre Ernährung. Sie essen einfach, was ihnen schmeckt, ohne gesundheitsbewusst auf die Auswahl, Zusammenstellung und Zubereitung der Speisen zu achten. Da Essen die natürlichste Sache der Welt ist, verlassen sie sich dabei auf ihren Instinkt.

Leider erweist sich das oft als verhängnisvoller Irrtum. Die heute übliche Ernährungsweise gilt als einer der wichtigsten Krankheitsfaktoren, weil sie zu viele Kalorien, Fette, Eiweiße und denaturierte Kohlenhydrate, aber zu wenig lebenswichtige Ergänzungs-(Vital-)stoffe enthält. Das wirkt sich nicht sofort auf die Gesundheit aus, es dauert meist Jahrzehnte, ehe die Folgen deutlicher spürbar werden. Hauptsächlich betreffen sie das Herz-Gefäß-System, dessen Zivilisationskrankheiten in allen westlichen Industrienationen explosionsartig zugenommen haben.

Die Hauptfehler der Zivilisationskost

Die heute übliche Ernährung enthält zu viel Nährstoffe, vor allem zu viele tierische Eiweiße, Fette und denaturierte Kohlenhydrate . Rohkost als »lebende« Nahrung mit reichlich Vitalstoffen kommt daneben zu kurz. Dr. Lützner sagte dazu einmal in einem seiner Vorträge: »Wir leben ja in den 7 fetten Jahren, die 7 mageren haben wir hinter uns.« Das führt zu der paradoxen Situation, dass einerseits immer mehr Menschen an gesundheitsschädlichem Übergewicht leiden, andererseits aber der Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Ballaststoffen zunimmt. Viele Menschen leiden also Mangel trotz »übervoller Töpfe«, der schleichend ihre Gesundheit untergräbt.

Übermäßige Kalorienzufuhr

Ein zentrales Problem der heute üblichen Ernährung bildet ihr zu hoher Kaloriengehalt. Vorwiegend ergibt er sich aus dem zu reichlichen Verzehr von Fetten und denaturierten Kohlenhydraten.

Obwohl die meisten Menschen heute im Beruf körperlich kaum noch gefordert werden und in der Freizeit keinen Ausgleich durch Sport und Gymnastik schaffen, essen sie oft so viel, als müssten sie körperlich schwer arbeiten. Die durchschnittliche Kalorienzufuhr der Bundesbürger liegt weit über 3000 kcal, der tatsächliche Tagesbedarf dagegen beträgt nur zwischen 2000 und 2800 kcal.

Der Körper kann diese überschüssigen Kalorien nicht einfach wieder ausscheiden. Bei manchen Menschen scheint er sie nach neueren Erkenntnissen in Körperwärme umzuwandeln. Sie kennen keine Gewichtsprobleme, auch wenn sie wie die »Scheunendrescher« essen. Meist wird der Kalorienüberschuss aber als Fett im Körper gespeichert und führt im Laufe der Zeit zu erheblichem Übergewicht. Darunter leiden heute bei uns bereits 20 bis 25% aller Schulkinder und rund die Hälfte aller Erwachsenen. Es gibt keinen Zweifel daran, dass Übergewicht zu den wichtigsten Gesundheitsrisiken gehört. Zwar weisen Übergewichtige gerne darauf hin, dass irgendeiner ihrer Verwandten zeitlebens viel zu dick war und dennoch ohne ernstere Krankheiten steinalt wurde, aber das bleibt die Ausnahme. Man sollte sich darauf nie verlassen.

Übergewicht erhöht ganz allgemein die Anfälligkeit für Krankheiten. Besonders häufig wird das Herz-Gefäß-System von den Folgen betroffen. Ferner begünstigt es Zuckerkrankheit, andere Stoffwechselstörungen, Erkrankungen der Verdauungsorgane und die vorzeitige Abnutzung des Bewegungsapparats. Nicht zuletzt drohen von der falschen Ernährung, die zum Übergewicht führt, bald auch Vitalstoffmangelzustände, weil zu wenig vollwertige pflanzliche Lebensmittel verzehrt werden.

Zu hoher Fettgehalt

Im Vergleich zu Eiweißen und Kohlenhydraten, von denen 1 g jeweils 4,1 kcal entspricht, sind Fette mit 9,3 kcal je Gramm wahre »Kalorienbomben«. Sie tragen deshalb besonders viel zum Übergewicht bei. Der heute körperlich nur mäßig beanspruchte Mensch verträgt am Tag noch ungefähr 60 g Fett ohne Gesundheitsrisiko. Davon sind allerdings 25 bis 30% als »versteckte«, bereits in den Nahrungsmitteln enthaltene Fette abzuziehen. Als »sichtbare« Koch- und Streichfette verbleiben demnach nur 40 bis 45 g am Tag.

Tatsächlich enthält die übliche Zivilisationskost aber 100 g und mehr Fett. Übergewicht und Herz-Gefäß-Krankheiten sind die häufigsten Folgen der übermäßigen Fettzufuhr, inzwischen wird aber auch diskutiert, ob der zu hohe Fettgehalt der Ernährung das Krebsrisiko erhöht. Abgesehen davon, dass die Fette zu reichlich zugeführt werden, verzehren viele Menschen auch noch die falschen Fette. Fett ist nämlich nicht gleich Fett. Chemisch unterscheidet man gesättigte, einfach und mehrfach (hoch-) ungesättigte Fettsäuren. Bei den gesättigten Fettsäuren haben die Kohlenstoffatome die größtmögliche Menge an Wasserstoff gebunden, die ungesättigten Fettsäuren können noch Wasserstoff binden. Dieser vereinfacht dargestellte chemische Unterschied ist von großer Bedeutung. Die hochungesättigten Fettsäuren spielen im Körper als vitaminartige Schutz- und Reglerstoffe eine wichtige Rolle; unter anderem wirken sie der Arterienverkalkung und ihren Folgen entgegen. Diese nützlichen Fettsäuren kommen bevorzugt in hochwertigen pflanzlichen Ölen vor, die gesättigten und einfach ungesättigten Fettsäuren hauptsächlich in tierischen Nahrungsmitteln. Ausgerechnet diese stehen in der üblichen Zivilisationskost im Vordergrund.

Neben den Fettsäuren darf man den fettartigen Stoff Cholesterin nicht vergessen. In der richtigen Menge ist er lebenswichtig und wird deshalb vom Körper teilweise selbst gebildet, teils mit der Nahrung zugeführt. Die übliche fleischreiche Kost enthält zu viel Cholesterin, das mit zur Arterienverkalkung und ihren Folgekrankheiten beiträgt. Dabei muss allerdings nochmals in das »gute« und das »schlechte« Cholesterin unterschieden werden. Im Blut wird Cholesterin nämlich in Form von Lipoproteinen (Fett-Eiweiß-Komplexe) transportiert. Nach ihrer Dichte unterteilt man sie in zwei wichtige Arten:

• LDL (Low Density Lipoproteins) mit niedriger Dichte, die das Cholesterin zu den Zellen bringen;

• HDL (High Density Lipoproteins) mit hoher Dichte, die Cholesterin von den Zellen weg transportieren.

Das bedeutet, ausreichend hohe HDL-Werte vermindern das Risiko von Herz-Gefäß-Krankheiten, hohe LDL-Werte steigern es. Durch eingeschränkten Verzehr tierischer Fette oder durch vermehrte Zufuhr mehrfach ungesättigter pflanzlicher Fettsäuren kann der HDL-Wert deutlich erhöht werden. Letzteres birgt allerdings die Gefahr, dass man leicht die zulässige tägliche Fettzufuhr von etwa 60 g überschreitet. Im Übermaß zugeführt sind auch die hochungesättigten Fettsäuren nicht unbedenklich. Für die Entstehung von Übergewicht spielt es keine Rolle, in welcher Form das Fett verzehrt wird, und auch bei der Krebsentstehung scheint es nur auf die Fettzufuhr insgesamt anzukommen.

Überschuss an Eiweiß

Eiweißmangel wirkt sich verheerend auf die Gesundheit aus. Er kommt heute allerdings nur noch in den unterentwickelten Ländern in großem Umfang vor. In den Industrienationen beobachtet man eher das Gegenteil - die Eiweißüberfütterung insbesondere durch tierisches Eiweiß. Im Übermaß zugeführt lagert sich auch das Eiweiß in den Arterien ab (Arterienverkalkung), außerdem bestehen Zusammenhänge zwischen Eiweißüberfütterung und Leber-Nieren-Schäden. Neuere Untersuchungen aus den USA legen sogar den Verdacht nahe, dass die Überversorgung mit Eiweiß durch die übliche Zivilisationskost bei der Entstehung des Herzinfarkts eine noch wichtigere Rolle als die übermäßige Fettzufuhr spielt. Der Tagesbedarf an Eiweiß wird gemeinhin mit durchschnittlich 1 g je Kilogramm Körpergewicht angegeben. Tatsächlich beträgt er bei vollwertiger Mischkost aber nur 0,5-0,7 g je Kilogramm Körpergewicht, weit weniger also, als die fleischreiche Zivilisationskost enthält. Vegetarier kommen sogar mit noch weniger Eiweiß aus. Das Eiweißminimum von etwa 25 g am Tag darf aber niemals unterschritten werden, sonst drohen Mangelzustände. Bei der Eiweißzufuhr kommt es nicht allein auf die Menge insgesamt an. Einige der Aminosäuren, aus denen der Körper Eiweiß aufbaut, sind lebenswichtig (essentiell) und müssen deshalb unbedingt in der Ernährung enthalten sein. Das erreicht man durch eine abwechslungsreiche Kost mit ausreichend Milchprodukten. Fleisch ist dazu nicht unbedingt erforderlich. Den meisten Menschen geht es so wie Herrn Feigenbutz, der im Fernsehfilm sagte: »Ohne Fleisch, ich weiß nicht - wo man doch gewöhnt ist, am Tag mindestens 2 Stück Fleisch zu essen.«

In Zeiten hoher körperlicher und/oder geistiger Beanspruchung, während des Wachstums und im Alter benötigt der Organismus etwas mehr Eiweiß. Mehr als 0,8-0,9 g je Kilogramm Körpergewicht am Tag sind aber praktisch nie erforderlich.

Denaturierte Kohlenhydrate

Als denaturiert bezeichnet man alle Nahrungsmittel, die durch verschiedene Techniken bearbeitet wurden. Dazu gehört auch die Zubereitung der Speisen durch Erhitzen. Während sie aber zum Teil notwendig ist, um Nahrungsmittel überhaupt genießbar zu machen, sind viele industrielle Bearbeitungsvorgänge überflüssig und mindern den gesundheitlichen Wert der Nahrung. Typische Beispiele dafür sind Weißmehl und daraus hergestellte Produkte, polierter Reis und Zuckerraffinade. Solche Nahrungsmittel enthalten fast nur noch »leere« Kalorien.

Gerade die denaturierten Kohlenhydrate werden in der üblichen Zivilisationskost bevorzugt. Das trägt mit zu Mangelkrankheiten bei, fördert Übergewicht, Zuckerkrankheit und andere Erkrankungen. Sicher wird man nicht gleich krank, wenn man ab und zu einmal Weißbrot oder ein Stück Kuchen verzehrt, aber zur Gewohnheit darf das nicht werden. Mit dem Verzicht auf industriell »verfeinerte« Nahrungsmittel allein ist es noch nicht getan. Die Zivilisationskost enthält viel zu wenig naturbelassene »lebendige« Rohkost, die nicht durch Erhitzung denaturiert wurde. Ihr Anteil an der täglichen Kost soll mindestens 30% betragen, besser mehr, um die Gesundheit zu erhalten. Allein von Rohkost kann man sich auf Dauer allerdings nicht vollwertig ernähren.

Die Folgen der falschen Ernährung

Die Ernährung muss dem Körper alle Nähr- und Vitalstoffe zuführen, die er zur störungsfreien Funktion benötigt. Diesem Anspruch wird die übliche Zivilisationskost nicht gerecht. Sie enthält zwar genügend oder zu viele Nährstoffe als Kalorienträger, diese aber in falscher Form und Zusammensetzung. Überdies mangelt es ihr an lebenswichtigen Ergänzungsstoffen. Deshalb begünstigt sie zahlreiche Krankheiten.

Genau genommen gibt es kaum eine Erkrankung, bei der die falsche Ernährungsweise keine Rolle spielen kann. Besonders auffällig sind aber die Zusammenhänge zwischen ungesunder Kost und den Zivilisationskrankheiten, mit denen wir uns jetzt befassen wollen.

Übergewicht als Gesundheitsrisiko

Viele Menschen, die unter Gewichtsproblernen leiden, lasen vor einiger Zeit erleichtert eine Meldung aus den USA, die durch die Presse ging. Das Idealgewicht , jahrzehntelang als beste Voraussetzung für Gesundheit und hohe Lebenserwartung propagiert, gilt nach neuen statistischen Untersuchungen nur noch bedingt. Es scheint sogar, dass unter bestimmten Umständen einige Pfund über dem Normalgewicht die Lebenserwartung erhöhen können.

Das ändert freilich nichts an der Tatsache, dass Übergewicht nach wie vor als einer der wichtigsten Risikofaktoren für die Gesundheit anzusehen ist. Nur schert man heute nicht mehr alle Menschen über einen Kamm, sondern berücksichtigt mehr die individuellen Umstände und huldigt auch nicht mehr so sehr einem übertriebenen Schlankheitsideal. Ab einer bestimmten Grenze gefährdet aber jedes weitere Kilo die Gesundheit. Die einfachste Formel, nach der man das Körpergewicht beurteilen kann, stammt von dem französischen Chirurgen Paul Broca. Sie geht nur von der Körpergröße aus, berücksichtigt aber nicht den unterschiedlichen Körper- und Knochenbau. Als Faustformel für den Hausgebrauch genügt die Broca-Formel aber. Sie lautet:

Körpergröße (in Zentimetern) minus 100 = Normalgewicht (in Kilogramm).

Individueller lässt sich das Normalgewicht nach der Formel des deutschen Arztes Dr. Bornhardt ermitteln, der noch den Brustumfang mit einbezieht und so dem Körperbau besser gerecht wird. Die Formel lautet:

Körpergröße (in Zentimetern) mal mittlerer Brustumfang (in Zentimetern) geteilt durch 240 = Normalgewicht (in Kilogramm).

Das Normalgewicht ist ein statistischer Mittelwert; man kann davon ausgehen, dass es die Gesundheit nicht gefährdet, aber es handelt sich dabei nicht immer um das individuell optimale Körpergewicht. Dieses kann nach oben oder unten vom Normalgewicht abweichen.

Das Idealgewicht liegt bei Männern um 10%, bei Frauen wegen ihres meist grazileren Knochenbaus um 15% unter dem Normalgewicht. Übergewicht beginnt, wenn das Körpergewicht um 10% über dem Normalgewicht oder um 20-25% über dem Idealgewicht liegt. Der Bereich zwisehen Normalgewicht und beginnendem Übergewicht erfordert zwar keine Behandlung, in der Regel empfiehlt es sich aber, wenigstens so nahe wie möglich an das Normalgewicht heranzukommen.

Übergewicht gehört in allen westlichen Industrienationen zu den wichtigsten Gesundheitsrisiken. Sieht man von den seltenen Fällen ab, in denen eine organische Krankheit dahinter steht, beruht es auf falschen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten. Ihre Wurzeln reichen oft bis in die frühe Kindheit zurück. So wie sie einst anerzogen wurden, können sie auch wieder verlernt und durch gesündere Gewohnheiten ersetzt werden. Die Fastenkur kann die Wende einleiten, indem sie die überflüssigen Kilos beseitigt. Ergänzend muss aber immer eingeübt werden, wie man sich nach der erfolgreichen Kur verhalten soll, sonst kommt es bei 4 von 5 Übergewichtigen innerhalb eines Jahres zum Rückfall. Dabei dürfen auch die seelischen Ursachen des Übergewichts nicht vergessen werden, die häufig eine wichtige Rolle spielen (zum Beispiel der »Kummerspeck«), Fasten hilft auch dabei, weil es zur geistig-seelischen Umstimmung führt.

Die Gefahren des Übergewichts sind heute recht genau bekannt. Statistische Untersuchungen aus den USA weisen darauf hin, dass die überflüssigen Pfunde allein - also ohne Folgekrankheiten - die Lebenserwartung verkürzen. Schon 5 kg Mehrgewicht bedeuten eine um 8% verringerte durchschnittliche Lebenserwartung , das entspricht 5-6 Lebensjahren. Davon abgesehen bedeutet jedes Kilo mehr ein höheres Krankheitsrisiko. Im Vordergrund der Folgen stehen nach der Statistik Herz-Gefäß-Erkrankungen, Zuckerkrankheit, Leberzirrhose und Gallensteine , aber auch Blinddarmentzündungen und sogar ein um 20% erhöhtes Unfallrisiko . Hinzu kommen Schäden an Knochen, Gelenken, Bandscheiben, Wirbelsäule, Muskeln und Bändern, die durch das Mehrgewicht überstrapaziert werden, und Erkrankungen der Verdauungsorgane , welche die falsche Ernährung verkraften müssen. Schließlich sind auch noch die häufigeren Komplikationen während der Schwangerschaft bei übergewichtigen Frauen hervorzuheben; sie leiden deutlich häufiger unter Krampfadern, Schwellungen, Thrombosen, Bluthochdruck, abnormen Blutungen und Schwangerschaftsvergiftungen als normalgewichtige Schwangere.

Das verbreitete Übergewicht gehört also zu den wichtigsten Gesundheitsgefahren. Seine Folgen sind so schwerwiegend, dass man sich auch nach mehreren vergeblichen Schlankheitskuren nicht scheuen sollte, es einmal mit einer Fastenkur unter fachmännischer Anleitung zu versuchen.

Herz-Gefäß-Erkrankungen verkürzen die Lebenserwartung

In allen westlichen Industrienationen stehen Krankheiten des Herz-Gefäß-Systems an der Spitze der Todesursachen. Der Zusammenhang mit falscher Ernährung, die zu viel tierisches Eiweiß und Fett enthält, gilt als gesichert. Daneben spielen noch andere Risikofaktoren eine Rolle, vor allem Missbrauch von Nikotin und anderen Genussmitteln, übermäßiger Stress und ungünstige Erbanlagen. Die Bedeutung der falschen Zivilisationskost als Herz-Gefäß-Risiko erkennt man am Beispiel der USA am besten; durch groß angelegte Aufklärungskampagnen gelang es dort schon, viele Menschen wenigstens zur Änderung ihrer gröbsten Ernährungsfehler zu veranlassen. Seither geht die Zahl der Herzinfarkte zurück.

Als häufigste Folge falscher Ernährung kommt es zur Arterienverkalkung . Sie kann bereits im 3./4. Lebensjahrzehnt beginnen. Nach dem 60. Lebensjahr leiden fast alle Bundesbürger in unterschiedlich schwerer Form darunter. Die Verengung und Verhärtung der Arterienwände geht mit Störungen der Blut-Sauerstoff-Versorgung in den betroffenen Körperregionen einher, die Gerinnungsneigung des Bluts erhöht sich, Blutfett- und Blutdruckwerte steigen an. Zusätzlich leiden viele der Betroffenen infolge der falschen Ernährung unter Übergewicht und nicht selten unter Zuckerkrankheit, die wiederum die Arterien zusätzlich schädigen kann.

Als gefürchtetste Folgekrankheiten der Arteriosklerose treten Thrombosen, Embolien, absterbendes Gewebe (Brand, Raucherbein) an den Gliedmaßen, Herzinfarkt und Schlaganfall auf. Aber auch wenn es nicht zu so schwerwiegenden Komplikationen kommt, kann die Arterienverkalkung die Lebensqualität durch zahlreiche Beschwerden stärker beeinträchtigen. In den Kriegs- und Nachkriegsjahren traten Herz-Gefäß-Krankheiten nur selten auf. Man beobachtete sogar, dass sich arteriosklerotische Gefäßveränderungen während längerer Hungerperioden wieder zurückbildeten. Natürlich wird sich deshalb niemand wünschen, dass diese Notzeiten zurückkehren. Aber die Erfahrungen aus dieser Zeit weisen den Weg zur Vorbeugung und Therapie solcher Krankheiten - die konsequente Reform falscher Ernährungs- und Lebensgewohnheiten und fachmännisch überwachte Fastenkuren. Das hilft besser als die nicht immer unbedenklichen Arzneimittel. Je früher man damit beginnt, desto günstiger sind die Aussichten, die Zivilisationskrankheiten des Herz-Gefäß-Systems zu vermeiden oder selbst in fortgeschrittenen Fällen noch zu bessern.

Zuckerkrankheit und andere Stoffwechselstörungen

Der Stoffwechsel muss die Bestandteile der Nahrung verarbeiten. Deshalb wirken sich die Fehler der Zivilisationskost häufig auf die Stoffwechselfunktionen aus.

Besonders gefürchtet und verbreitet ist die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Sie steht zwar mit ungünstigen Erbanlagen in Zusammenhang, aber diese können lebenslang »stumm« bleiben, wenn man durch gesundheitsbewusste Ernährungs- und Lebensweise vorbeugt.

Vereinfacht ausgedrückt kann bei Diabetes der Zucker nicht mehr ausreichend »verbrannt« werden. Darauf reagiert die Bauchspeicheldrüse zunächst mit vermehrter Ausschüttung des Hormons Insulin. Im Lauf der Zeit wird sie durch diese Mehrarbeit aber überfordert und erschöpft und kann den Blutzuckerspiegel nicht mehr kontrollieren - ein behandlungsbedürftiger Diabetes ist entstanden. Begünstigt wird die Stoffwechselkrankheit durch übermäßige Kalorienzufuhr (viele Diabetiker sind übergewichtig), denaturierte Kohlenhydrate und zu viel Fett.

Die Komplikationen des Diabetes betreffen hauptsächlich das Herz-Gefäß-System. Arterienverkalkung und ihre Folgekrankheiten drohen dem Diabetiker, wenn die Krankheit nicht frühzeitig und konsequent ein Leben lang behandelt wird. Zur Basistherapie sind stets individuell vom Therapeuten verordnete Diät, regelmäßig ausreichend Bewegung und Normalisierung des häufig bestehenden Übergewichts erforderlich. Allein dadurch lassen sich leichtere Fälle von Zuckerkrankheit oft zufriedenstellend behandeln. Die vom Fachmann überwachte Fastenkur trägt gleichfalls mit zur Vorbeugung und Behandlung des Diabetes bei.

Aber auch wer ein Arzneimittel einnehmen oder Insulin spritzen muss, um den Blutzuckerspiegel unter Kontrolle zu halten, muss die Basisbehandlung strikt einhalten.

Neben der Zuckerkrankheit gewinnt seit einiger Zeit auch eine andere Stoffwechselstörung immer mehr an Bedeutung - die Gicht (Arthritis urica). Sie steht ebenfalls mit Erbanlagen in Zusammenhang, die bei gesundheitsbewusster Lebens- und Ernährungsweise aber nicht zur akuten Erkrankung führen müssen. Die Bedeutung der falschen Kost wird besonders daran deutlich, dass die meisten Gichtkranken gleichzeitig übergewichtig sind. Als »Luxuskrankheit« wird Gicht vor allem durch eine Ernährungsweise begünstigt, die zu viel Fleisch, denaturierte Kohlenhydrate, Alkohol und Kaffee zuführt. Infolge der Störung des Harnsäurestoffwechsels kommt es zur Einlagerung dieses Stoffwechselprodukts in den Gelenken. Der erste Gichtanfall tritt meist bald nach dem 30. Lebensjahr auf und betrifft in der

Regel das Grundgelenk der großen Zehe. Die heftigen Schmerzen können medikamentös rasch gelindert werden, die Ursachen aber bestehen fort. Nur eine Reform falscher Ernährungsgewohnheiten mit Normalisierung des Übergewichts - bei Bedarf ergänzt durch Arzneimittel - kann verhindern, dass die Krankheit fortschreitet und schließlich Gelenke bis zur Gebrauchsunfähigkeit schädigt oder innere Organe (Darm, Nieren) befällt. Fastenkuren helfen mit, der Krankheit vorzubeugen oder sie erfolgreicher zu behandeln.

Erkrankungen der Verdauungsorgane

Die Verdauungsorgane kommen unmittelbar mit der Nahrung in Kontakt und müssen sie auf die Verwertung im Stoffwechsel vorbereiten. Daher führt die falsche Kost häufig zu Erkrankungen an Magen, Darm, Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse.

Weitverbreitete Folge der ballaststoff-(rohkost-)armen Ernährung ist die chronische Darmträgheit . Sie begünstigt zahlreiche andere Krankheiten. Recht »harmlos« ist noch die leichte Selbstvergiftung, die zu unreiner Haut und Kopfschmerzen führt. Aber auch die lebenswichtige Darmflora wird geschädigt, Ausbuchtungen der Darmwand (Divertikel) bilden sich und das Darmkrebsrisiko steigt. Durch Blutstauungen im Becken entstehen oft Hämorrhoiden und Krampfadern, schließlich werden auch noch Leber und Nieren belastet.

Der dauernde Gebrauch von Abführmitteln (auch rein pflanzlicher) erscheint zwar als die bequemste Lösung, hat aber weitere Schäden zur Folge. Das Problem kann nur durch vollwertige Ernährung gelöst werden. Die fleischreiche Zivilisationskost begünstigt abnorme Fäulnisprozesse im Darm, die mit Blähungen einhergehen und die Darmflora zusätzlich schädigen.

Heftig reagieren Magen und Darm auch auf die denaturierten Kohlenhydrate. Sodbrennen, Blähungen, chronische Entzündungen, Geschwüre und Schädigung der Darmflora sind die häufigen Folgen. Zusätzlich wird der Magen oft noch durch scharfe Gewürze, zu heiße oder zu kalte Speisen und Getränke, Kaffee und Alkohol gereizt.

Leber und Gallenblase leiden besonders unter der übermäßigen Fettzufuhr. Schwere Schäden drohen aber auch durch Missbrauch von Kaffee und Alkohol. Als Folgen treten Entzündungen der Gallenblase und Leberverfettung auf, die in die Leberschrumpfung übergehen kann. Schließlich betrifft die falsche Kost auch noch die Bauchspeicheldrüse.

Zuckerkrankheit ist eine häufige Folge ihrer dauernden Überforderung. Da das Organ aber nicht allein für den Zuckerstoffwechsel zuständig ist, sondern auch für die Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydratverdauung, treten infolge der chronischen Überlastung weitere Funktionsstörungen bis hin zu schweren, chronisch verlaufenden Krankheiten der Bauchspeicheldrüse auf. Indirekt können die Störungen der Verdauungsfunktionen zu Mangelkrankheiten führen, weil die Nahrung nur noch unzureichend verwertet wird. Das tritt vor allem dann ein, wenn die Erkrankungen chronisch verlaufen.

Andere ernährungsabhängige Krankheiten

Die falsche Ernährung begünstigt noch viele andere Erkrankungen, auch wenn der Zusammenhang zum Teil nicht auf Anhieb erkennbar ist. Dazu gehört vor allem die Mesotrophie (Halbgesundheit), ein Begriff, den der bekannte Ernährungsreformer Professor Werner Kollath prägte. Nach seiner Auffassung entspricht die Mesotrophie dem Durchschnittsernährungszustand des heutigen Menschen; neben falscher Ernährung spielen dabei auch noch übermäßiger Stress und andere Fehler der Lebensweise eine Rolle.

Oft beginnt die Halbgesundheit bereits in der Kindheit oder frühen Jugend. Der Organismus vermag ihre Folgen aber jähre- bis jahrzehntelang teilweise auszugleichen. Deshalb treten nur unklare Allgemeinbeschwerden auf, vor allem Nervosität, Abwehr- und Leistungsschwäche. Spätestens ab der Lebensmitte drohen dann aber verschiedene Krankheiten als direkte Folge der chronischen Fehlernährung und ungesunden Lebensweise, insbesondere die hier beschriebenen Zivilisationskrankheiten des Herz-Gefäß-Systems und Stoffwechsels.

Gegen die Halbgesundheit helfen keine bequemen Pillen. Sie entsteht als Folge falscher Gewohnheiten, die sich nur durch Lernprozesse wieder überwinden lassen. Je früher man damit beginnt, desto sicherer lässt sich die Mesotrophie verhindern oder wieder beseitigen.

Als schwerwiegendste Folge begünstigt die chronische Fehlernährung wahrscheinlich auch Krebs. Daneben spielen aber immer noch andere Ursachen eine Rolle, Krebs erklärt sich praktisch nie allein aus einem Faktor. Noch nicht sicher geklärt werden konnte bisher, ob die Zivilisationskost alle oder nur einzelne Krebsformen begünstigt. Beim verbreiteten Dickdarmkrebs spielt die übliche ballaststoffarme, zu fettreiche Kost mit Sicherheit eine maßgebliche Rolle. Der übermäßige Fettverzehr regt die Ausschüttung von Gallensäuren zu stark an; im Dickdarm können sie dann von Bakterien in krebsverursachende Stoffe umgewandelt werden. Wenn infolge des Baiaststoffmangels chronische Darmträgheit besteht, bleiben diese (und andere) schädlichen Substanzen dann auch noch zu lange in Kontakt mit der Darmschleimhaut.

Wahrscheinlich trägt die übertriebene Fettzufuhr auch mit zum Brustdrüsenkrebs der Frau und zum Prostatakrebs des Mannes bei, da sie die Produktion der Geschlechtshormone aus dem Gleichgewicht bringt. Dabei spielt es im Gegensatz zu den Herz-Gefäß-Krankheiten offenbar keine Rolle, ob mehr gesättigte oder hochungesättigte Fettsäuren zugeführt werden, es kommt auf die Gesamtfettmenge an, die in der üblichen Ernährung viel zu hoch liegt.

Möglicherweise gibt es ähnliche Zusammenhänge auch noch bei anderen Krebskrankheiten, aber darüber wissen wir bisher noch zu wenig. Ohne Zweifel schwächt die falsche Ernährung immer die körpereigenen Abwehrkräfte und kann dadurch indirekt alle Krebsformen begünstigen. Fastenkuren beseitigen viele Folgen der ungesunden Ernährung. Wenn sie vom Erlernen neuer Ernährungs- und Lebensgewohnheiten begleitet werden, leisten sie auch einen wichtigen Beitrag zur Krebsvorsorge.


     


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