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Heilpflanzen und ihre Kräfte

Ein Ratgeber für Fragen der Gesundheitsmedizin auf natürlicher Basis

Heilpflanzenlexikon - Farbige Abbildungen und Beschreibungen der 247 wichtigsten Heilpflanzen

(Fortsetzung)

TURNERA DIFFUSA DAMIANA

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TURNERA DIFFUSA

DAMIANA

Turneraceae

M-SAm, MAm, N-SAm

Der Damianastrauch gedeiht wild oder auch kultiviert im feuchtheißen Klima rund um den Golf von Mexiko und in einigen Staaten Südamerikas. Der stark verzweigte Strauch wird bis 2 m hoch, in Kulturen hält man ihn auf zirka 1 m. An den glatten gelben bis rotbraunen rutenförmigen Zweigen stehen die kleinen Blättchen wechselständig oder in kleinen Büscheln. Sie sind auf der Oberseite olivgrün, unterseits leicht weißlich behaart und am Rande gezähnt. In den oberen Blattachseln sitzen die kleinen gelben Blüten Kleine Kapseln, dreiteilig und leicht gebogen, mit einer rauhen Schale bilden die Früchte. Neben dem ätherischen Öl sind auch desinfizierende Substanzen enthalten Die zugeschriebene aphrodisiakische Wirkung ist eher umstritten.

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TUSSILAGO FARFARA

HUFLATTICH

Asteraceae ( = Compositae)

Eur, W-As,  NAm

Tussilago ist vom lat. Tussis = Husten abgeleitet. So nannten die Kräuterkundigen des Altertums den Huflattich Er ziert feuchte Wegränder. Bach- und Flussufer vom Tiefland bis in mittlere Gebirgslagen. Aus einem Wurzelstock sprießen kriechende Sprossachsen. Nach der Schneeschmelze erscheinen 10-12 cm hohe aufrechte behaarte, mit braunen schuppenartigen Blättchen besetzte Blühstengel mit den endständigen goldgelben Blütenkörbchen. Goldgelbe röhrige Scheibenblüten werden von den helleren Strahlblüten umkränzt. Nach der Blüte wachsen die Stengel auf ca. 20-25 cm und tragen nun einen weißen Haarschopf, der aus den Flugvorrichtungen (=Pappus) der Fruchtchen besteht Inzwischen erscheinen auch die langgestielten grundständigen Blätter, die herzförmig-rundlich, bis 2 cm lang und am Rande buchtig und entfernt gezähnt sind. Sie tragen auf der Unterseite einen weißlichen Filz; oberseits sind sie glatt und sattgrün. Wir verwenden die frischen Blätter als Wundauflage (vorher sauber waschen und quetschen), die getrockneten Bluten und Blätter wegen des hohen Gehaltes an Schleimstoffen, Gerbstoffen und Blütenfarbstoffen in Hustenmitteln.

TUSSILAGO FARFARA HUFLATTICH
ULMUS MINOR, ULMUS GLABRA FELDULME, FELDRÜSTER

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ULMUS MINOR (а), ULMUS GLABRA (b)

FELDULME, FELDRÜSTER

Ulmaceae

a) Μ + S-Eur, NW-Afr,  SW-As

b) Eur, SW-As, NAm

Die Ulmen sind stattliche Laubbaume, die warme lichtdurchflutete Lagen und mineralreiche, tiefgründige Böden verlangen. Der schlanke Stamm trägt eine glatte braune Rinde, die später borkig-rissig wird. Er erreicht Höhen bis 40 m und kann mehrere Jahrhunderte alt werden. Die robustere und weniger wärmebedürftige Bergulme wird häufig als Park- und Alleebaum angepflanzt.

Vor den Blättern, zeitig im Frühjahr, erscheinen die zwitterigen Blüten in kurzgestielten roten oder gelblichen Büschelchen Die wechselständigen Blätter sind derb, glänzend dunkelgrün, unterseits heller, mit gesägtem Rand und ungleichmäßig eiförmig-spitz. Die Früchte sind stiellose kahle, ringsum geflügelte Nusschen. Die Rinde junger Zweige wird in der Homöopathie verwendet, die Rinde seltener in der Pflanzenheilkunde ihrer Gerbstoffe und des Schleimes wegen.

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URGINEA MARITIMA

MEERZWIEBEL

Liliaceae

S-Eur, N-Afr  

Warm gemäßigte Zonen

Die Meerzwiebel gedeiht in sandigen Böden und Küstengebieten der Mittelmeerländer wild. Die Zwiebel besteht aus einer flachen bewurzelten Rhizomscheibe Auf ihr stehen die zahlreichen fleischigen Niederblätter mit fast weißen oder roten Hüllblättern. Die Zwiebel kann 1-3 kg, bei den algerischen roten Meerzwiebeln bis 6 kg wiegen und die Größe eines Kinderkopfes annehmen. Die 50 cm langen breit-lanzettlichen Blätter wachsen nach dem Verblühen am oberen Zwiebelende und verdorren im Frühsommer. Im Juli bis September wächst der 1 bis 2 m hohe blattlose Blütenstengel, dessen oberstes Drittel die sehr zahlreichen weißen, seltener rötlichen Blüten in einem von unten nach oben aufblühenden traubigen Blutenstand trägt Die Ernte erfolgt vor dem Blattwuchs. Medizinisch werden nur die mittleren Schuppen der weißen Meerzwiebel verwendet, mit herzwirksamen Substanzen.

URGINEA MARITIMA MEERZWIEBEL
URTICA DIOICA, URTICA URENS GROSSE UND KLEINE BRENNESSEL

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URTICA DIOICA, URTICA URENS

GROSSE UND KLEINE BRENNESSEL

Urticaceae

Eur, As

Gemäßigte Zonen

Die Brennessel gehört zu den Ruderalpflanzen, die sich auf stickstoffreichen Böden im Bereiche menschlicher oder tierischer Wohnstätten ansiedeln Eigenartig an ihr ist nicht nur das Nesselgift in besonderen Brennhaaren, die über Blätter und Stengel verteilt sind und sie vor Tierfraß schützen, sondern auch ihr hoher Gehalt an Chlorophyll und ihr verhältnismäßig hoher Gehalt an Eisen Die frischen Schosse sind reich an Vitamin С.

Wer die Brennesseln berührt, kann sich selbst von der außergewöhnlichen Wirksamkeit des Nesselgiftes überzeugen Eine kaum messbare Menge genügt, um auf der Haut sofort einen brennenden Schmerz auszulösen. Wo das Brennhaar die Haut berührt, bildet sich eine stark juckende, rot umrandete Quaddel (Nessel) Die hautreizende Wirkung wird auch pharmazeutisch ausgenutzt Aus weitverzweigten unterirdischen Rhizomen wachsen zahlreiche Sprosse (Selbstverbreitung). Sie bilden aufrechte, unverzweigte vierkantige Stengel Die gestielten Blätter, herzförmig-länglich zugespitzt mit grobgesägtem Rand, sind gegenständig angeordnet, saftig grün und beiderseits behaart. In den Blattachseln stehen bei den männlichen Pflanzen (zweihäusig = dioica ) aufrechte grünliche Blutenrispen, bei den weiblichen längere überhängende Rispen. Während der Blutezeit ist die Nesselwirkung am stärksten. Die zweihausige Brennessel wachst 50-150 cm hoch. Die kleine Art (Urtica urens) . nur 30-60 cm hoch, trägt kleinere Blätter und einen einhäusigen Blütenstand.

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USNEA BARBATA

BARTFLECHTE

Usneaceae

Gemäßigte Zonen

Als Bartflechten bezeichnen wir die bärtigen grünlichgrauen Gebilde, die in feuchten Wäldern an den Tannzweigen hängen. Es sind aus Algen und Pilzen zusammengesetzte Organismen. die als Einheit miteinander in Symbiose leben. Die äußere Hülle ist meistens ein Pilzgeflecht, in das die Algen eingebettet sind. Die Flechten vermögen extremen Umweltbedingungen standzuhalten und leben auf Steinen, Felsen, auf totem oder lebendem Holz. Es gibt zirka 18 000 Arten, die in 200 Gattungen gegliedert sind. Die Bartflechten gehören wie die meisten pharmazeutisch interessanten Arten zu den Strauchflechten. Die Cetrariaflechten (Liehen islandicus) liefern wertvolle Schleimstoffe Usnea barbata enthalt Usninsäure. Diese und andere Flechtenstoffe besitzen schwach antibiotische Wirkungen.

USNEA BARBATA BARTFLECHTE
VACCINIUM MYRTILLUS HEIDELBEERE

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VACCINIUM MYRTILLUS

HEIDELBEERE

Ericaceae

Eur, W-As

Das kleine Halbsträuchlein bevorzugt moorigen, humösen Boden in Wäldern vom Tiefland bis ins Gebirge Der kriechende Wurzelstock verzweigt sich unterirdisch und bildet weite Bestände. Aus den Ablegern wachsen teilweise verholzte grüne kantige Zweige 25-50 cm hoch. Sie tragen wechselständig kurzgestielte eiförmige hellgrüne Blättchen mit fein gekerbtem Rand. Im Frühsommer stehen hübsche lindengrüne oder rötliche Blütenglocklein in den Blattachseln Die blauschwarzen, vorne eingestülpten Beeren reifen vom August bis in den Herbst und enthalten einen blauroten, säuerlichen, vitaminreichen Saft. Der Gerbstoff und der blaue Farbstoff in der Beerenschale wirken gegen Durchfall und Darmschleimhautentzündung. Noch unbekannte Wirkstoffe in den Blättern haben schwach blutzuckersenkende Eigenschaften Sie werden, gemischt mit anderen Heilpflanzen, als Diabetes-Tee empfohlen.

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VALERIANA OFFICINALIS

BALDRIAN

Valerianaceae

Eur, As  

Gemäßigte Zonen

Der Baldrian bevorzugt feuchte Bach- und Flussufer und moorige Wiesen. Der kräftige Wurzelstock bildet viele Nebenwurzeln. Aus ihm wächst ein runder gefurchter Stengel 80-120 cm hoch, der nur im oberen Teil gegenständig verzweigt ist. Die großen saftig-grünen gefiederten Blätter werden durch 9-21 unpaarige Fiedern gebildet Ihr Rand ist entfernt gezähnt, die Oberseite dunkelgrün, die Unterseite hellgrün. An den Stengelenden stehen die Trugdolden mit blassrosa gefärbten kleinen Blüten. Im Gegensatz zu den Doldenblütlern gehen die Verzweigungen nicht von einem Punkt, sondern von verschiedenen Gabelungen aus. Die frische Pflanze ist geruchlos Der typische Baldriangeruch, der von den Wirkstoffen ausgeht. ist in der frischen Wurzel nur schwach zu riechen; er bildet sich erst beim Trocknen. Baldrian zählt zu den wertvollsten pflanzlichen Beruhigungsmitteln.

VALERIANA OFFICINALIS BALDRIAN
VERATRUM VIRIDE GRÜNE NIESWURZ, GRÜNER GERMER

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VERATRUM VIRIDE

GRÜNE NIESWURZ, GRÜNER GERMER

Liliaceae

O-NAm

Die grüne Nieswurz ist in Nordamerika heimisch In den Wirkstoffen unterscheiden sie sich praktisch nicht von der weißen Art. Beide sind äußerst giftig und rufen auf der Haut oder auf Schleimhäuten starke Reizungen hervor (Nieswurz). Auf feuchten Wiesen und Sümpfen findet der dicke walzige Wurzelstock seinen geeigneten Standort. Aus hm treibt einerseits ein bis 1,5 m hoher röhriger Scheinstengel. Die großen wulstigen. stark genervten Blätter sitzen wechselständig rund um den Stengel und reichen mit ihrem röhrigen Teil bis zum Wurzelstock. Die unteren sind 20-25 cm lang, elliptisch und vorne zugespitzt, die oberen kürzer und schmäler. Der Blütenstengel, an dem oben in langer Rispe die kleinen grünen bis weißen Blütensterne stehen, bildet sich nicht jedes Jahr Für die Gewinnung der Wirkstoffe werden die Wurzelstocke und die Wurzeln geerntet und getrocknet.


      


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