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Heilpflanzen und ihre Kräfte

Ein Ratgeber für Fragen der Gesundheitsmedizin auf natürlicher Basis

Heilpflanzenlexikon - Farbige Abbildungen und Beschreibungen der 247 wichtigsten Heilpflanzen

(Fortsetzung)

SALIX ALBA SILBERWEIDE

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SALIX ALBA

SILBERWEIDE

Salicaceae

Eur, As, NAm

Die Weidengewächse sind eine Pflanzenfamilie mit zahlreichen Arten. Die Silberweide wächst als mittelgroßer Baum an Flussufern, feuchten Niederungen und häufig in Pärken. Ihr Stamm ist schlank, gerade und trägt eine weißgraue Rinde, die m Alter längsrissige Borke bildet. Dünne, rutenförmige Zweige tragen angedrückte Knospen. Aus ihnen wachsen lanzettliche, fein gesägte hell- oder dunkelgrüne Blätter. Sie sind auf der Unterseite seidig, silbrig behaart (Silberweide). Die zweihäusigen Blüten bilden aufrecht stehende Kätzchen mit goldgelben Staubbeuteln, erstes Bienenfutter im Frühjahr. Die Rinde junger Zweige, seltener die getrockneten Blätter, werden in der Phytotherapie verwendet. Sie enthalten Salicin, eine Vorstufe der Salicylsäure Schon um 1830 wurde Salicin aus der Weidenrinde isoliert und diente als Ausgangsprodukt zu einer ganzen Reihe von Medikamenten (zum Beispiel Aspirin).

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SALVIA OFFICINALIS

SALBEI

Lamiaceae ( = Labiatae)

S-Eur

Gemäßigte Zonen

Die Salbei darf ohne Übertreibung als Prototyp einer Heilpflanze bezeichnet werden. Dies sagt schon ihr Name Salvia = salvare = heilen. Schon in frühesten Zeiten wurde sie angebaut. Diese kultivierte Art verwenden wir als Heilpflanze. Aus einer oft verholzten Pfahlwurzel wachsen unten verholzte, 30-80 cm lange, oben krautige vierkantige Stengel, die filzig behaart sind. Die gegenständigen gestielten Blätter haben eine länglich-spitz-ovale, am Rande leicht gekerbte ledrigfilzige grünlichgraue Spreite Die blauvioletten Blüten sitzen zu 4 bis 8 in Scheinquirlen an den Stengelenden. Sie werden von Bienen und Hummeln eifrig besucht. In milden Lagen überwintern die Blätter ohne Schaden, stehen als Frischgewürz zur Verfügung oder zum Kauen gegen Entzündungen im Mund und Hals. Das ätherische Öl findet sich vor allem in den Blättern, ferner auch Gerbstoffe und Bitterstoffe.

SALVIA OFFICINALIS SALBEI
SAMBUCUS EBULUS ZWERGHOLUNDER, ATTICH

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SAMBUCUS EBULUS

ZWERGHOLUNDER, ATTICH

Caprifoliaceae

Eur, NW-Afr, W-As, NAm

Vom Zwergholunder überwintern nur der Wurzelstock und die Wurzeln. Aus dem Wurzelstock wächst die krautige gefurchte aufrechte Stengelröhre ca. 100-150cm hoch. Diese verholzt nicht und stirbt im Herbst ab. Die dunkelgrünen großen Blätter sind gefiedert, am Rande gesägt und schmäler als beim schwarzen Holunder Sambuccus nigra. Am Grunde stehen zwei eiförmige Nebenblätter. Eine flache Trugdoide am Stengelende trägt die zahlreichen, stark duftenden rötlich-weißen Blüten. Die Blätter riechen widerlich. Im Herbst reifen kleine mattfarbige schwarze Beeren. Sie sind ungenießbar und schmecken unangenehm bitter. Wir finden den Strauch wild in Hecken und Graben. Vom Attich werden die geschnittenen Wurzeln (Radix ebuli) verwendet. Sie enthalten ein ätherisches Öl, Bitterstoff sowie harntreibende Substanzen.

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SAMBUCUS NIGRA

SCHWARZER HOLUNDER

Caprifoliaceae

Eur, W-As, NAm

Der große Strauch (oft auch Baum) wächst in südlichen bis nördlichen Lagen recht häufig, aber meistens als Einsiedler an Mauern, in Gebüschen und Waldrändern, oft auch angepflanzt in Gärten. Auf stark verästelten Wurzeln, die selbst Mauern durchdringen, steht ein meist krummer Stamm mit hellgrauer tiefrissiger Borke. Der 4-7 m hohe Strauch wird durch bogenförmig gekrümmte Äste gebildet. Stamm und Zweige enthalten im Kern ein schneeweißes Mark. Die gegenständigen Fiederblättchen sind meist fünfzählig mit eiförmig zugespitzter Spreite und grob gesägtem Rand, oberseits dunkelgrün, unten heller. Flache endständige doldenartige Blütenstände tragen die zahlreichen gelblichweißen, stark eigenartig duftenden Blüten Aus ihnen reifen an dunkelroten Stielen die kleinen kugeligen, glänzendschwarzen Beeren mit blutrotem Saft. Auf dem Land bereitet man aus den Blüten aromatische Limonaden In der Heilkunde schätzt man die Blüten als schweißtreibendes Mittel. Die Früchte enthalten die Vitamine С und Ρ und heilkräftige Farbstoffe, die in Form von Sirupen und Latwergen (Extrakte mit Honigkonsistenz) als Hausmittel bei Erkältungen Verwendung finden.

SAMBUCUS NIGRA SCHWARZER HOLUNDER
SANGUINARIA CANADENSIS KANADISCHE BLUTWURZ, BLOODROOT

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SANGUINARIA CANADENSIS

KANADISCHE BLUTWURZ, BLOODROOT

Papaveraceae

 O- NAm

Diese in den üppigen Wäldern im Norden der USA heimische Art der Papaveraceae treibt aus einem ausdauernden, holzigen roten Wurzelstock. Daher der Name Blutwurz, der in Europa andere Arten bezeichnet. Die Indianer kannten die Wurzel als Heilpflanze gegen zahlreiche Gebresten. Das fingerdicke, 5-8 cm lange kriechende Rhizom. außen rotbraun, enthält eine rötliche Milch. Am oberen Ende, knapp am Boden, steht eine Tüte aus Niederblättern, aus der ein ca. 25 cm hoher kantiger Stengel wächst. Er trägt handförmig gelappte Laubblätter mit eiförmigen, kerbig-gezähnten Lappen. Die weiche Spreite ist oberseits gelbgrün. Die Unterseite ist heller und von markanten, orange gefärbten Nerven durchzogen. Die langgestielte Blüte ist 2-5 cm groß, selten rosa. Die Fruchtkapsel ist 3-5 cm lang. Man gewinnt die Wirkstoffe aus den Wurzeln.

SANGUINARIA CANADENSIS KANADISCHE BLUTWURZ, BLOODROOT

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SANICULA EUROPAEA

SANIKEL, HEILDOLDE

Apiaceae (= Umbelliferae)

Eur, W-As

Der Sanikel (der Name stammt aus dem Lat. sanus = gesund) bevorzugt schattige Humusböden in Laubwäldern bis in Höhen von 1400 m. Aus einem faserigen braunen Wurzelstock wachsen langgestielte. drei- bis fünfteilige Grundblätter mit glänzender dunkelgrüner Spreite und gleichmäßigen Blattnerven. Sie bilden auf dem braunen Waldboden ein auffällig schönes Dekor. Die meist blattlosen Blütenstengel werden 20-40 cm hoch und tragen die winzig kleinen weiß-rosaroten Blütendolden. Die Blätter könnten leicht mit einzelnen Hahnenfußarten verwechselt werden Ungeübte Sammler holen sich den Sanikel zur Blütezeit, denn die Blütendolden sind ein sicheres Erkennungszeichen. Das geschnittene Kraut ist heilkräftig, auch die Wurzeln. Doch lassen wir diese für eine weitere Ernte im nächsten Jahr stehen. Die Wissenschaft hat ätherisches Öl, Saponin, Gerbstoff und Allantom nachgewiesen.

SANICULA EUROPAEA SANIKEL, HEILDOLDE
SAPONARIA OFFICINALIS SEIFENKRAUT

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SAPONARIA OFFICINALIS

SEIFENKRAUT

Caryophyllaceae

Eur, W-As , M+O-As, NAm

Wildwachsend finden wir das Seifenkraut an Dämmen und Hecken. Der stark verästelte Wurzelstock treibt einfache, blütenlose Sprosse und einen im oberen Teil ästigen aufrechten Blütenstengel Beide sind flaumig behaart, teilweise rot überlaufen und tragen an verdickten Knoten kreuzweise gegenständig die Blätter mit länglichlanzettlichen Spreiten, von drei Längsnerven durchzogen In den Blattachseln und gehäuft an den Stengelenden stehen die Blütenbüschel mit der für Nelkengewächse typischen Blütenform: aus einem röhrenförmigen, oft rötlichen Kelch ragen fünf weiße oder rosarote, radförmig ausgebreitete Kronblattlappen heraus Der Wirkstoff, Saponin, findet sich gehäuft in den Wurzeln, aber auch im Kraut. Dies ist eine Substanz, die stark schäumt ( sapo = Seife). Den Absud aus den Wurzeln brauchten unsere Ururgroßmütter als Waschmittel.

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SASSAFRAS ALBIDUM

SASSAFRASBAUM

Lauraceae

O-NAm

Der diözische Baum findet sich in den Atlantikstaaten Nordamerikas in Laubmischwäldern. Das Laubwerk ist hellgrün oder rötlich angelaufen. Die Blattformen variieren je nach Lage oder Unterart, selbst am gleichen Stamm finden sich ganze ovale Formen oder zwei- bis dreizipflig gelappte, abgerundete Spreiten. Holz und Wurzel riechen nach Fenchel und schmecken süßlich. Beide enthalten ca. 1% ätherisches Öl. Gerbstoffe, Harz, Wachs, Schleim und Zucker. Die Droge besteht aus unregelmäßigen dicken graubraunen bis fahlroten, leicht spaltbaren Stücken oder Scheiben, die oft noch eine zimtbraune brüchige Rinde tragen. Aus ihr wird das ätherische Öl destilliert, Die Wurzelrinde, Cortex sassafras (radicis). enthält weit mehr ätherisches Öl als das Holz sowie auch mehr Gerbstoffe und färbende Substanzen.

SASSAFRAS ALBIDUM SASSAFRASBAUM
SCOPOLIA CARNIOLICA KRAINERTOLLKRAUT, GLOCKENBILSENKRAUT

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SCOPOLIA CARNIOLICA

KRAINERTOLLKRAUT, GLOCKENBILSENKRAUT

Solanaceae

SO-Eur, M-Eur

Diese Pflanze hat ihre Heimat in der Ukraine, in Italien und Jugoslawien. Die ausdauernde Staude wächst auf einem knolligen, horizontal verzweigten Wurzelstock. Die glatten einfachen Stengel werden 20-60 cm hoch und verzweigen sich nur wenig Die unteren Blätter sitzen wechselständig am Stengel mit länglich zugespitzter Spreite, 20 cm lang und ca. 6-8 cm breit. Nach oben ändert die Blattform zu gestielten breiteiförmigen, behaarten, ganzrandigen, spitz auslaufenden Spreiten Die Blüten hängen an einem kurzen Stiel einzeln in den Blattachseln Der fünfzipflige Kelch umfasst die glockenförmige gelbe bis grünlichgelbe Krone. Die Früchte sind rundliche Kapseln von 1 cm Durchmesser. Die vorwiegend giftigen Nachtschattengewächse spielen eine wichtige Rolle als Produzenten wertvoller Wirkstoffe. In früheren Zeiten wurden aus der Wurzel "Liebestränke" gebraut.

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SCROPHULARIA NODOSA

BRAUNWURZ

Scrophulariaceae

Eur, As,  NAm

In feuchten Gräben, an Bachufern, in Wäldern und Gebüschen treffen wir die Braunwurz noch recht häufig an Aus einem waagrechten Wurzelstock mit knolligen Knoten wächst der meist unverzweigte vierkantige Stengel 50-90 cm hoch. Er trägt im unteren Teil gegenständig kurzgestielte, eiförmig-spitze, doppelt gesägte Blätter Am oberen Stengel stehen in den Achseln schmaler lanzettlicher Tragblätter langgestielte Trugdolden, die zusammen eine langgezogene endständige Rispe bilden. Die vierkantigen Stiele tragen einen kugeligen fünfteiligen Kelch, der die schmutzigbraune Rachenblüte umfasst Sie ist in der Form dem besuchenden Insekt, der Wespe, angepasst. Eine eiförmig zugespitzte Kapsel enthält die Samen, die im Herbst vom Wind ausgestreut werden.

SCROPHULARIA NODOSA BRAUNWURZ

      


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