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Heilpflanzen und ihre Kräfte

Ein Ratgeber für Fragen der Gesundheitsmedizin auf natürlicher Basis

Heilpflanzenlexikon - Farbige Abbildungen und Beschreibungen der 247 wichtigsten Heilpflanzen

(Fortsetzung)

POTENTILLA ERECTA TORMENTILL, BLUTWURZ

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POTENTILLA ERECTA

TORMENTILL, BLUTWURZ

Rosaceae

Eur, NW-Afr, N-As, NO-NAm

Die Tormentill, eine der bescheidensten Arten in der mächtigen Familie der Rosengewächse, wächst 10-20 cm hoch auf trockenen oder feuchten Magerwiesen, an moorigen Waldrändern vom Tiefland bis auf 2500 m ü. M. Aus dem knolligen Wurzelstock treiben dünne verzweigte Stengel, anfangs flachliegend, dann aufrecht. Gestielte Grundblätter wachsen dreizählig, die Stengelblätter sitzend dreizählig mit gezähnten schmalen Abschnitten. Auf den Stengelenden sitzen auf vierblättrigen grünen Kelchen die vier leuchtendgelben Kronblatter, eine Seltenheit unter den meist fünfblättrigen Rosenbluten und daher ein Erkennungsmerkmal für Blutwurz Ein weiteres Merkmal liegt in der rotbraunen Farbe der Wurzel, die den blutstillenden Tor mentillgerbstoff anzeigt. Die heilkräftigen Wurzeln, 1-3 cm dicke Knoten, sind mühsam zu sammeln Die Ratanhiawurzel ist ein ebenbürtiger Ersatz, ebenso die Wurzel des Schlangenknöterichs (Radix bistortae) In Tinkturen kommen ihre Wirkstoffe besser zur Geltung als im Tee.

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PRIMULA VERIS, PRIMULA ΕLATIOR

SCHLÜSSELBLUME, DUFTENDE

Primulaceae

M-Eur

Gemäßigte Zonen

Die Schlüsselblumen, Frühjahrskünder und Heilpflanzen zugleich, wachsen recht häufig auf Wiesen, an Wald- und Wegrändern bis in Höhen von 2000 m u, M, Die goldgelbe Art (Pr. veris) bevorzugt trockene Standorte, die schwefelgelbe größere Art (Pr. elatior) eher feuchte Matten und Waldränder.

Aus einem flachen Wurzelstock entwickelt sich eine grundständige Blattrosette mit meist eiförmigen oder eilänglichen Laubblattern, die in einen beflügelten Stiel auslaufen. Die Blätter sind runzelig, stark genervt und auf der Unterseite flaumig behaart. Auf dünnen, bis 20 cm langen Blühstengeln sitzen die Blüten, aufrecht oder hängend, in Dolden. Ein weißlichgrüner kantiger Kelch trägt die goldgelbe Kronröhre, die sich vorn in 5 Zipfel ausweitet und aromatisch duftet. Die schwefelgelben Blüten der Waldprimel (Pr. elatior) duften weniger. Wir verwenden die getrocknete Blüte mit und ohne Kelch. Wer sie selbst sammelt, zieht die goldgelbe, duftende Blute vor. Der getrocknete Wurzelstock enthält Saponine.

PRIMULA VERIS, PRIMULA ΕLATIOR SCHLÜSSELBLUME, DUFTENDE
PRUNUS DULCIS MANDELBAUM

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PRUNUS DULCIS

MANDELBAUM

Rosaceae

Μ-As, S-Eur, N-Afr, MAm

Mandelbäume bilden im Mittelmeergebiet bis Marokko (und im Süden der USA) zahlreiche Kulturen. Er ist ein weiterer Beweis für die vielseitige Gestaltungskraft der Rosengewächse. Trockener, steiniger, kalkhaltiger Boden begünstigt den Anbau, Der 4-6 m hohe, meist schräg wachsende und oft krumme Stamm hat eine glatte Rinde und bildet eine flache Astkrone. Vor den Blättern erscheinen bereits im Spatwinter an den vorjährigen Zweigen die weißen oder rosaroten Blüten mit 5 Kronblättern und zahlreichen Staubgefäßen Erst später wachsen die gestielten länglich-spitzen, 4-8 cm langen Blätter mit fein gezähntem Rand. Die ovalen länglichen pflaumenähnlichen Früchte sind hellgrün und silbrig behaart. Sie umschließen je einen Mandel, das heißt einen, selten zwei Samen in der harten, feingefurchten Steinschale.

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PRUNUS SEROTINA

VIRGINIANISCHE TRAUBENKIRSCHE

Rosaceae

O-NAm  

Gemäßigte Zonen

In ihrem Herkunftsland wächst die Traubenkirsche auf felsigen Hügeln, in lichten Wäldern und an Waldrändern, verwildert oft nur als Strauch oder als bis 30 m hoher Baum. Die Rinde des Stammes und der dickeren Äste ist grau bis graubraun, jene der Zweige glänzend braun bis graubraun An ihnen stehen die kurzgestielten, länglich lanzettlichen, dunkelgrünen, ledrigglänzenden Blätter mit kerbiggesägtem Rand und hellgrüner Unterseite, Ihre Mittelrippe ist gelblich behaart. Kleine weiße Blüten stehen in kurzen aufrechten, später hängenden Trauben. Sie tragen im Herbst die kleinen schwarzroten Kirschen mit dem aromatischen Fruchtfleisch, das zu Erfrischungsgetränken verarbeitet wird. Das Laub enthält Cyanwasserstoff und ist für das Vieh giftig Die Rinde von jungen Stämmen und Zweigen wird medizinisch verwendet. Sie enthält Cyanwasserstoffderivate, Gerbstoffe und Emulsin.

PRUNUS SEROTINA VIRGINIANISCHE TRAUBENKIRSCHE
RUNUNS SPINOSA SCHWARZDORN, SCHLEHE

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PRUNUNS SPINOSA

SCHWARZDORN, SCHLEHE

Rosaceae

Eur, N-Afr, W-As, NAm

Der Schwarzdorn gehört zu den Frühjahrsblühern, der seine kurzen knorrigen, mit schwarzen Dornen bewehrten Ästen oft schon im März-April, vor dem Blattaustrieb, mit unzähligen weißen kleinen Rosenblüten schmückt. Der gedrängte sparrige Busch wird 2-3 m hoch und bevorzugt trockene steinige Kalkböden an besonnten Hecken und Waldrändern Die Rinde ist rußig-matt und schwarzbraun. An den Ästen stehen kurze Nebenzweige mit kurz- gestielten weichen Blättchen sind wechselständig angeordnet. Die Früchte sind kurzgestielt, blauschwarz mit einem mehligen Überzug. Das Fruchtfleisch schmeckt herbsauer und wird erst nach dem ersten Frost genießbar. Die Schlehen dienen zur Herstellung von Diätsäften und Likören. Die Blüten enthalten die pharmazeutisch interessanten Wirkstoffe.

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PULMONARIA OFFICINALIS

LUNGENKRAUT

Boraginaceae

Eur, W-As

Das Lungenkraut bevorzugt schattige Laubwälder, Bachufer und Gebüsche auf kalkhaltigen Böden bis in Höhen von 1700 m. Aus einem dünnen, ästigen Wurzelstock sprießen im Frühjahr die aufrechtstehenden Blütensprosse 20-30 cm hoch. Sie tragen wenige, am Stengel sitzende, länglichovale, spitzauslaufende Blätter. Stengel und Blätter sind nach Art der Borretsch- gewächse rauh behaart, die Blätter oft weiß punktiert. An den oft verzweigten Stengelenden sitzen wenige kurzgestielte Blüten mit einem grünen Kelch und einer Kronröhre, die vorne 5 Zipfel bildet Ihre Farbe wechselt von anfänglich rosa zu violett bis rein blau. Meistens sind 2-3 Blütenfarben an der gleichen Pflanze zu sehen. Nach dem Verblühen bleiben gestielte herz-eiförmige rauhbehaarte oft weiß gefleckte Grundblätter und Stengelblätter. Das getrocknete Kraut enthält Schleimstoffe, Gerbstoffe und viel Kieselsäure.

PULMONARIA OFFICINALIS LUNGENKRAUT
PULSATILLA VULGARIS KUHSCHELLE, KÜHCHENSCHELLE

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PULSATILLA VULGARIS

KUHSCHELLE, KÜHCHENSCHELLE

Ranunculaceae

Eur

Im trockenen Boden treibt der kräftige Wurzelstock eine lange Pfahlwurzel. Zeitig im Frühjahr entwickeln sich die Blühstengel, 10-30 cm hoch mit drei verwachsenen, in schmale Zipfel zerschlissenen und silbrig-behaarten Hochblättern, die rund um den Stengel eine Quaste bilden. Darüber steht anfangs aufrecht, die meist sechsblättrige tiefviolette Blütenglocke (Kuhschelle) mit zahlreichen goldgelben Staubbeuteln m der Mitte. Die grundständigen Laubblätter entwickeln sich erst nach der Blüte, sie sind zwei- bis dreifach gefiedert und bilden schmale Zipfel. Die ganze Pflanze ist dicht behaart Das frische Kraut ist giftig.

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QUERCUS ROBUR, QUERCUS PETRAEA

SOMMER- UND WINTEREICHE

Fagaceae

Eur

Gemäßigte Zonen

Die Eichen bewachsen in verschiedenen Arten südliche Gegenden, (wie zum Beispiel in Spanien und Portugal die Korkeiche) sowie nördliche Regionen. Die im Titel genannten Arten sind stattliche Bäume und erreichen Höhen bis 35 und 40 m mit bis zu 2 m dicken Stämmen Sie bleiben über Jahrhunderte lebensfähig. Die Rinde glänzt silbergrau (Spiegelrinde) und bildet ab dem 20. Lebensjahr eine tiefrissige, graubraune Borke. Die Blätter stehen wechselständig in Büscheln oder über den Zweig verteilt, glänzen auf der Oberseite dunkelgrün und sind am gelappten Rand leicht zu erkennen Die männlichen Blüten bilden grünliche hängende Kätzchen, die weiblichen rote sitzende Kopfchen. Sie blühen nicht jedes Jahr Die Früchte, die eigentlichen Eicheln, stehen in schuppigen Näpfchen. Die heilkräftigen Gerbstoffe werden aus der Rinde gewonnen.

QUERCUS ROBUR, QUERCUS PETRAEA SOMMER- UND WINTEREICHE
RAUVOLFIA SERPENTINA RAUWOLFIA

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RAUVOLFIA SERPENTINA

RAUWOLFIA

Apocynaceae

SO-As  

Warme Zonen

Obwohl die Pflanze in der indischen Volksmedizin seit Jahrhunderten als Mittel gegen Schlangenbisse verwendet wird, von den indischen Ärzten gegen nervöse Störungen und Geisteskrankheit eingesetzt wurde, ist die Rauwolfia in europäischen Heilpflanzenbüchern erst im 18. Jahrhundert erwähnt. Erst im 20. Jahrhundert (1949) gelang es der Wissenschaft, ihre Wirkstoffe zu isolieren und diese in die Medizin einzuführen. Die Rauwolfia ist ein ausdauernder niedriger, 50-100 cm hoher Strauch, der auf einem breiten Wurzelstock sprießt. Wurzel und Zweige führen einen milchigen Saft. Die Blätter stehen gegenständig oder 3-5 in knotigen Quirlen am Stengel mit länglich-elliptischer Spreite von 10-15 cm Länge, beidseitig spitz auslaufend. Die kleinen weißen Blütenröhren stehen in einer vielköpfigen Trugdolde am Stengelende.

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RHAMNUS FRANGULA, FRANGULA ALNUS

FAULBAUM

Rhamnaceae

Eur, Μ + N-As, NAm

Dieser stattliche Strauch von 1-6 m Hohe säumt See- und Flussufer, Sumpfe und feuchte Auenwälder vom Tiefland bis in mittlere Gebirgslagen. Die Zweige stehen rutenartig aufwärts, Ihre Rinde ist außen glatt, dunkelbraun bis braungrau und fällt auf durch helle Korkwarzen (Lenticellen). Auf der Innenseite trägt die Rinde eine gelbe Bastschicht. die beim Trocknen braun wird. Im April erscheinen die ovalen derben Blätter glänzend grün auf der Oberseite und mit einer zierlichen Nervatur geschmückt In den Blattachseln der oberen Zweigenden stehen die kurzgestielten, unscheinbaren weißgrünlichen Blüten. Im Sommer reifen die kugeligen Beeren erst grün, dann rot und spät im Herbst glänzend blauschwarz. In früheren Zeiten verwendete man die gepulverte Holzkohle aus Faulbaumzweigen zur Herstellung von Schießpulver Heute liefert uns die Rinde wertvolle Wirkstoffe gegen Darmträgheit.

RHAMNUS FRANGULA, FRANGULA ALNUS FAULBAUM

      


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