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Heilpflanzen und ihre Kräfte

Ein Ratgeber für Fragen der Gesundheitsmedizin auf natürlicher Basis

Heilpflanzenlexikon - Farbige Abbildungen und Beschreibungen der 247 wichtigsten Heilpflanzen

(Fortsetzung)

LYCOPUS VIRGINICUS VIRGINISCHER WOLFSTRAPP

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LYCOPUS VIRGINICUS

VIRGINISCHER WOLFSTRAPP

Lamiaceae (=Labiatae) 

O-NAm

 

Der Wolfstrapp bevorzugt als Standort feuchte Wiesen, Flussufer, Gräben, lichte Wälder. Die ausdauernde Pflanze überwintert mit einem kriechenden vierkantigen Wurzelstock, der an seinen Knoten kranzförmig lange Wurzelfasern ausbreitet. Der Stengel wächst aufrecht 30-60 cm hoch, ist stumpf vierkantig und fein behaart. Meist verzweigt er sich nur im oberen Teil. Kreuzgegenständig stehen an ihm die dunkelgrünen oder rötlich überlaufenen Blätter, länglich eiförmig, 6-15 cm, vorne zugespitzt, am Grunde in den kurzen Stiel verschmälert. Der Rand ist gezähnt, die Unterseite drüsig punktiert. Die kleinen Blutenröhren mit weißlichen Kronblättern sind in den obern Blattachseln zu einem Quirl angeordnet Außer dem ätherischen Öl hat man in der Frischpflanze hormonähnliche Substanzen gefunden, die jedoch noch wenig erforscht sind Der Wolfstrapp ist eine seit Jahrhunderten bekannte Heilpflanze.

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LYTHRUM SALICARIA

BLUTWEIDERICH

Lythraceae

Eur, As . NAm

 

Der Blutweiderich ist eine unserer häufigsten Sumpfpflanzen. Aus einer dicken holzigen Wurzel wachsen kantige einfache, wenig verzweigte Stengel 70-120 cm hoch Die herzförmigen oder lanzettlichen, spitz auslaufenden Blätter sitzen gegenständig am Stengel mit bis 12 cm langen saftig-grünen und stark genervten Blattspreiten, die am Rande kurz behaart sind. An den Stengelenden ragen die purpurroten Blütenähren empor mit zahlreichen Sternen aus 6 Kronblättern, die auf einem becherförmigen Kelch sitzen. Blütezeit Juli-August. Kleine Fruchtkapseln enthalten die mit Schleimhaaren besetzten Samen. Sie haften an Schnäbeln und Füßen von Wasservögeln und werden so verbreitet Das Kraut wurde früher gegen starke, ruhrähnliche Durchfälle empfohlen Eine eingehende Erforschung der hochinteressanten Wirkstoffe könnte neue Heilanwendungen aufzeigen.

LYTHRUM SALICARIA BLUTWEIDERICH

MALVA SILVESTRIS WILDE MALVE, KÄSEPAPPEL

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MALVA SILVESTRIS

WILDE MALVE, KÄSEPAPPEL

Malvaceae

S-Eur, W-As

Gemäßigte Zonen

Mit ihrer dünnen Pfahlwurzel dringt die Malve tief in den Boden ein und kann so auch auf Schuttplätzen, an Wegrändern und Mauern gedeihen, bis ins Vorgebirge auf ca. 1500 m. Der runde verästelte Stengel wächst, aufsteigend oder aufrecht, 40-100 cm hoch. Die nierenförmigen Blätter, handförmig gelappt und am Rande gezähnt, sind saftiggrün und wie die Stengel mit einem weichhaarigen Filz überzogen, charakteristisches Merkmal vieler schleimhaltiger Pflanzen. In den Blattwinkeln, auf kurzen Stielen, stehen die Blüten mit 5 rosavioletten Kronblättern mit vorne eingebuchtetem Rand. Die scheibenförmigen, vorne flachen Früchte erinnern an kleine Käse; daher der Name Käsepappel Die Malvengewächse sind in den Tropen mit vielen Arten vertreten, die Sträucher. gar Bäume bilden und häufig mit auffallenden Blüten ausgestattet sind (Hibiskus usw.)

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MARRUBIUM VULGARE

WEISSER ANDORN

Lamiaceae (=Labiatae)

S-Eur, N-Afr, W-As

Warm gemäßigte Zonen

 

Der Andorn bevorzugt trockene, sonnige Schuttplätze, Magerwiesen, Ödplätze und wird oft auch in Gärten angebaut. Das ausdauernde Kraut treibt seine hohlen und behaarten Stengel bis 60 cm hoch. Die eiförmig spitzen Blätter sind oft geschrumpft, oberseits dunkelgrün und auf der Unterseite mit einem weißlichen Filz überzogen. Sie stehen kreuzgegenständig auf kurzen Stielen. Die kleinen weißen, 5-7 mm langen Blütenröhren sitzen in einem dichten Quirl in den Blattachseln und blühen vom Juni bis im August. Zu Heilzwecken verwenden wir das während der Blute gesammelte Kraut. Der Andorn ist zu Unrecht etwas in Vergessenheit geraten. Da er sich anbauen lässt und vielseitig wirkende Stoffe enthält, scheint eine eingehende Prüfung der Heilwirkungen gerechtfertigt. Bekannt sind: die Anregung der Galleproduktion und die expektorierende Wirkung auf die Bronchien.

MARRUBIUM VULGARE WEISSER ANDORN
MARSDENIA CUNDURANGO CONDURANGO

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MARSDENIA CUNDURANGO

CONDURANGO

Asclepiadaceae

W-SAm, O-As

 

Die an den Westabhängen der Kordilleren heimische Kletterpflanze windet sich viele Meter hoch durch den Laubwald, um an der Sonne ihre Blüten bilden zu können. Der bis 10 cm dicke Stamm trägt an Nebenzweigen die herzförmigen, 8-10 cm langen und 5-8 cm breiten, von einem dichten Filz überzogenen ovalen Blätter, Die glocken- bis trichterförmigen Blütenkronen stehen in Dolden an den obersten Zweigen. Schiffchenförmige Balgfrüchte enthalten die mit einem Haarschopf versehenen Samen. Obwohl in den Volkslegenden der Peruaner viel von den Blättern der Geierpflanze (Condurango) die Rede ist, finden sich die wertvollen Wirkstoffe in der Rinde der Äste und Zweige. Sie schmeckt aromatisch bitter, zimtähnlich und enthält verschiedene Bitterstoffe, ferner organische Säuren und Stärke.

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MATRICARIA CHAMOMILLA

ECHTE KAMILLE, MUTTERKRAUT

Asteraceae ( = Compositae)

M + S-Eur, N-Afr, W-As

Gemäßigte Zonen

Die Kamille gehört zu unseren wertvollsten und vielseitig verwendeten Heilpflanzen. Das Wort Matncaria (matri = Gebärmutter, könnte auch von mater = Mutter herkommen) deutet auf ihren früheren Gebrauch bei den Völkern der Antike hin Auch heute noch stillt der Kamillentee mütterliche und weibliche Gebresten Sie wächst bei uns verwildert auf Öd- und Schuttplätzen an Wegrändern; in Gärten oft angebaut Große Kulturen in den Balkanländern und in Südamerika decken den weltweiten Bedarf an Kamillen. Die einjährige Pflanze treibt einen stielrunden aufrechten, meist verzweigten Stengel 40-60 cm hoch Die spärlichen Blattchen sind fiederig geteilt und bilden fadenförmige spitzige Zipfel. Am Ende dünner Stiele sitzen die Blütenköpfe mit dem gewölbten hohlen Blütenboden Er trägt die gelben röhrenförmigen Scheibenbluten und am Rande einen Kranz weißer zungenförmiger Strahlblüten, die nach unten gerichtet sind Die offenen Bluten, seltener das ganze Kraut, werden gesammelt. Die Wirksamkeit der Kamille hängt von ihrem Gehalt an ätherischem Öl ab, der sehr stark variieren kann. Neuere Forschungen haben gezeigt, dass die Heilwirkung nicht nur vom Hauptwirkstoff Azulen, sondern auch von den Begleitstoffen ausgeht

MATRICARIA CHAMOMILLA ECHTE KAMILLE, MUTTERKRAUT

MATRICARIA CHAMOMILLA ECHTE KAMILLE, MUTTERKRAUT
MELILOTUS OFFICINALIS HONIGKLEE, STEINKLEE

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MELILOTUS OFFICINALIS

HONIGKLEE, STEINKLEE

Fabaceae (= Papilionaceae)

Eur, As

Gemäßigte Zonen

Mel, Miel (griechisch méli = Honig) deutet auf den süßen Nektar dieser von den Bienen häufig besuchten Pflanze. Der Honigklee wächst aus einer kräftigen Pfahlwurzel, deren Fasern, wie bei vielen Schmetterlingsblütlern, mit Bakterienknöllchen bedeckt sind. Der ziemlich verzweigte derbe Stengel wird ca. 1 m hoch. Die gestielten Blätter sind länglich-elliptisch, saftig grün, dreizahlig (Kleeart) und am Rande leicht gekerbt oder gezähnt. Aus den Blattachseln der oberen Stengelblätter wachsen die langgezogenen lockeren Blutentrauben aus zahlreichen kleinen gelben Schmetterlingsblüten mit ausgeprägten Fahnen. Die Früchtchen, gelbbraune kahle Hülsen, werden mit den Samen vom Wind fortgetragen Wir verwenden die im Juni bis September blühende Pflanze Der hohe Steinklee ( Melilotus altissimus ) wird oft auch angebaut und gleichsinnig verwendet.

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MELISSA OFFICINALIS

ZITRONENMELISSE, GARTENMELISSE

Lamiaceae (=Labiatae)

SO-Eur, SW-As  

Gemäßigte Zonen

Die Melisse teilt ihren wohlklingenden Namen in der griechischen Sprache mit jenem der Honigbiene «Melissa». Er klingt wohltuend, heilend, beruhigend, vergleichbar mit den Heilkräften, die von dieser Pflanze ausgehen. Der ausdauernde, mehrköpfige Wurzelstock treibt aufrechte vierkantige Stengel von 60-100 cm Höhe, die sich anfangs wenig, während der Blütezeit stark verzweigen Die herz-eiförmigen gestielten hellgrünen Blätter sitzen gegenständig und üppig an den Stengeln. Ihr Rand ist gezähnt und die glanzende Ober- und Unterseite mit winzigen Öldrüsen besetzt. Die ca. 1,5 cm langen weißlichen Bluten bilden kleine Büschel in den oberen Blattachseln. Sie blühen zur Freude der Bienen im Juli-August. Das ganze Kraut, vor allem aber die Blätter riechen beim Zerreiben angenehm nach Zitrone. Vor der Blute enthalten die jungen Blätter und Triebspitzen am meisten ätherisches Öl.

MELISSA OFFICINALIS ZITRONENMELISSE, GARTENMELISSE
MENTHA* PIPERITA PFEFFERMINZE

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MENTHA* PIPERITA

PFEFFERMINZE

Lamiaceae (=Labiatae)

S-Eur

Gemäßigte Zonen

Die Pfefferminze, eine Kreuzung aus verschiedenen in der Natur vorkommenden Arten, ist seit dem 17 Jahrhundert bekannt. Sie bevorzugt humusreichen feuchten Boden. Wir finden denn auch die wilden Arten, wie Wasserminze, Rossminze u. a., meistens in feuchten Wiesen und Mooren Aus ihrem flachen Wurzelstock, der unter- und oberirdische Ausläufer bildet, wachsen die vierkantigen, oft rot überlaufenen 50-80 cm hohen Stengel, die sich im oberen Teil stark verzweigen. Die Vermehrung kann nur durch Ausläufer erfolgen Die gestielten Blätter, gegenständig angeordnet, sind je nach Rasse elliptisch bis lanzettlich, 4-8 cm lang, am Rande gezähnt, hell- oder dunkelgrün und oft leicht rötlich. An den Blühtrieben sind sie wesentlich kleiner. Dicht aneinandergepresst sind die kleinen violetten Blüten, die als langgezogene, meist mehrmals unterbrochene Ähren die Stengelspitzen zieren.

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MENYANTHES TRIFOLIATA

BITTERKLEE, FIEBERKLEE

Gentianaceae

Eur, As, NAm

Der Bitterklee ist ein Enziangewächs. Der dicke kriechende Wurzelstock steht im sumpfigen Erdreich, meist unter Wasser, an Teichrändern und Bachufern, vom Tiefland bis in Gebirgsregionen um 1800 m Höhe. Im Frühjahr wachsen 30-40 cm lange Sprosse und daneben an langen röhrigen Stielen die in drei eiförmige Fiederblättchen geteilten Blätter, die sich über den Wasserspiegel erheben. Am Blühspross blüht endständig vom Mai bis Juni eine rötlichweiße dekorative Traube mit zahlreichen fünfzipfligen Blüten, die mit einem Haarkranz besetzt sind. Sie werden von Hummeln fleißig besucht Die kräftigen Enzianbitterstoffe finden sich in den Blättern und haben der Pflanze den Namen Fieberklee eingebracht. Nicht zu Unrecht versuchte man in früheren Zeiten Fieber mit Bitterstoffen zu senken. Leider musste Bitterklee in vielen Gegenden unter Naturschutz gestellt werden.

MENYANTHES TRIFOLIATA BITTERKLEE, FIEBERKLEE

      


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