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Das richtige Gewicht - Rundum nichts als Essen

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Man wird einer Versuchung nur dadurch Herr, dass man ihr nachgibt. Der Widerstand macht die Seele krank vor lauter Sehnsucht nach jenen Dingen, die sie sich selbst versagt hat.

Oscar Wilde (1854-1900)


Von den Genüssen des Lebens ist keiner so leicht erreichbar, so befriedigend und dazu so völlig von unserem Willen abhängig wie Essen. In beinahe allen Gesellschaftsformen bedeutet Essen gleichzeitig Liebe, Fürsorge, Wärme, Gastfreundschaft. Wir verbinden Essen im Geiste mit Feiern, mit Gemeinschaft, Familie, Freundschaft und Liebe; viele gesellschaftliche Anlässe beginnen mit einem festlichen Mahl. Öffentliche Ereignisse werden durch Bankette gefeiert, Geschäftsabschlüsse mit einem fürstlichen Lunch besiegelt, die Familienbande beim festlichen Weihnachtsessen neu gekittet, und selbst die Liebe profitiert von einem intimen Diner ä deux bei Kerzenschein.

In den reichen Industrieländern kann jedermann essen, soviel er will. Zwar herrscht in anderen Ländern eine erschreckende Unterernährung; aber die meisten meiner Leser kommen wahrscheinlich aus jenen Ländern, wo man ständig auf Hinweise zum Essen stößt. Täglich, ja stündlich werden wir mit Anspielungen aufs Essen bombardiert: Fernsehreklame, Kochrezepte in Zeitungen und Illustrierten, Plakate, Snackbars, Würstchenbuden, Supermärkte, Restaurants - alle rufen laut: Essen Sie! Essen Sie doch etwas Gutes! Und diese Aufforderungen zeitigen das gewünschte Ergebnis: Wir lassen uns zum Essen verführen, oft auch dann, wenn wir eigentlich gar nicht hungrig sind.

Das soziale Umfeld, in dem wir leben, bestimmt weitgehend, welche Rolle Essen in unserem Leben spielt. Es ist auch für unsere Essgewohnheiten verantwortlich - wie viele Mahlzeiten wir pro Tag zu uns nehmen, wie sie zusammengesetzt sind, zu welcher Tageszeit wir sie essen und welche davon wir zu kleinen Festen werden lassen.

Religiöse und weltanschauliche Ge- und Verbote setzen dem Grundbedürfnis nach Nahrung gewisse Schranken. In bestimmten Kulturkreisen werden manche Nahrungsmittel als heilig oder unrein angesehen und kommen daher für den Speiseplan nicht in Frage. Die Hindus zum Beispiel essen kein Rindfleisch und die Moslems kein Schweinefleisch. Einige Nahrungsmittel werden nur bei religiösen Zeremonien verzehrt, oder sie dienen als Opfergaben, die nicht gegessen werden. Andere wiederum werden ausschließlich zum Zwecke der Fütterung von Vieh produziert. So verschieden die einzelnen Kulturkreise voneinander sind, so verschieden ist auch ihre Vorstellung davon, was der Mensch essen soll und darf.

Es besteht auch ein gewisser Zusammenhang zwischen der sozialen Schicht und den Eßgewohnheiten, doch gibt es auch hier wiederum große Unterschiede in den einzelnen Kultur kreisen. Für die einen sind drei ausgiebige Mahlzeiten pro Tag schon zuviel, für die anderen reicht es gerade aus, und für eine dritte Gruppe ist es zuwenig. Ein etwas fülligerer Mensch gilt in bestimmten Kreisen als dick und unansehnlich, in anderen kann er oder sie durchaus dem Schönheitsideal entsprechen.

Direkte Anreize

Aufgrund Ihres sozialen Umfeldes haben Sie ganz bestimmte Eßgewohnheiten angenommen. Was Sie jedoch wirklich dazu bringt, sich etwas in den Mund zu schieben, sind die Signale, die von allem Essbaren ausgehen. Jeder von uns reagiert auf den Anblick und den verführerischen Duft gewisser Speisen und lässt sich gelegentlich dazu verleiten, mehr zu essen, als er eigentlich zur Sättigung braucht. Für viele Übergewichtige hat das im wahrsten Sinne des Wortes schwerwiegende Folgen. Allein der Anblick und der Geruch einer Speise ruft in ihnen schon Essensgelüste hervor, die sie oft nur schwer unterdrücken können. Manchmal bringen sie es ganz einfach nicht fertig, abzulehnen. Bei einem Versuch wurden Testpersonen, unter denen sich auch Übergewichtige befanden, in ein Zimmer geführt. Eine große Uhr an der Wand täuschte einen rascheren Ablauf der Zeit vor, als dies tatsächlich der Fall war. Als man den Versuchspersonen Essen anbot, stellte sich heraus, dass die Übergewichtigen im allgemeinen mehr als gewöhnlich aßen, wenn sie glaubten, es wäre gerade Essenszeit.

In anderen Experimenten wurde der relative Wirkungsgrad der Reize untersucht, die von Speisen ausgehen. Die Ausgangssituation war ähnlich angelegt wie die im oben beschriebenen Experiment. Übergewichtige und normalgewichtige Versuchspersonen befanden sich im gleichen Raum. Auf einem Tisch standen direkt vor ihnen Schüsseln mit Cashewnüssen. Man hatte als Grund für die Einladung angegeben, dass die Auswirkungen angestrengten Nachdenkens auf die Pulsfrequenz getestet werden solle. Es war ihnen daher überhaupt nicht bewußt, dass die Cashewnüsse irgend etwas mit der Sache zu tun hatten. Sie ahnten nicht, dass genau aufgezeichnet wurde, wie viele Nüsse jeder von ihnen aß.

Man konnte auf diese Art feststellen, dass die Übergewichtigen wesentlich öfter zulangten, wenn die Cashewnüsse grell beleuchtet wurden.

Verringerte man die Lichtstärke, so aßen die Normalgewichtigen etwas mehr.

Visuelle Anreize regen uns aber nicht nur zum Essen an, sie bestimmen auch, wann wir damit aufhören. Bei einem anderen Versuch bat man die Testpersonen, wiederum Übergewichtige und Normalgewichtige, soviel Bananenmilch zu trinken, wie sie nur wollten. Den Behälter mit der Flüssigkeit stellte man so auf, dass niemand sehen konnte, wieweit er bereits geleert war. Das Ergebnis dieses Versuchs: Einige Übergewichtige tranken sogar so lange, bis ihnen schlecht wurde.

Die Macht der Umwelteinflüsse

Bisher glaubte man, dass manche Leute nur deshalb besonders empfänglich für Essensanreize sind, weil sie ihre körpereigenen Signale nicht richtig interpretieren können. Frau Dr. Bruch, zum Beispiel, vertritt in ihrem Buch die Meinung, dass manche Menschen ganz einfach nicht wissen, wann sie hungrig sind und wann nicht. Sie glaubt, dass hier möglicherweise eine Fehlentwicklung in der Kindheit stattgefunden hat: Füttert eine Mutter ihr Baby jedes Mal, wenn es schreit, wird das Kind bald unfähig sein, zwischen Hunger und anderen Unlustgefühlen zu unterscheiden. Für diese allgemein angenommene These gibt es allerdings keinerlei Beweise. - Es stimmt aber wohl nicht, dass man schon deshalb dick wird, weil man die physiologischen Signale seines Körpers nicht richtig beurteilen kann und nicht weiß, ob ein knurrender Magen oder ein zu niedriger Blutzuckerspiegel Hunger oder nicht Hunger anzeigt. Schlanke Menschen haben bestimmt nicht unbedingt die größere Fähigkeit, auf Signale ihres Körpers zu hören. Unser Instinkt sagt uns nun einmal nicht immer verlässlich, wann wir essen sollen und wann es besser ist, damit aufzuhören.

Der Versuch, fettleibige Patienten von ihrem überflüssigen Speck zu befreien, indem man ihnen beibrachte, bewusst auf die Hungersignale ihres Magens zu achten, scheiterte kläglich. Keiner nahm nennenswert ab. Im Gegenteil: Einige nahmen sogar zu, weil zu den bereits vorhandenen Essenssignalen noch eines hinzugekommen war.

Dicke Menschen sind zwar für Essensanreize aus ihrer Umgebung besonders empfänglich, doch hat das nicht unbedingt etwas mit ihrem Übergewicht zu tun. Ich selbst habe eine Reihe von Untersuchungen an Frauen, die einer Diätgruppe angehörten, durchgeführt und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Gewichtsverlust die Empfänglichkeit für Essenssignale nicht herabsetzt. Dasselbe gilt auch für andere untersuchte Gruppen mit Gewichtsproblemen. Man beobachtete zum Beispiel junge Mädchen, die in speziellen Abmagerungs-Sommerlagern ein paar Kilos verlieren wollten, oder eine Gruppe Erwachsener, die in Fastenkliniken abzuspecken versuchten, und kam zu demselben Ergebnis.

Jeder, der auf äußere Essenssignale der Umgebung anspricht, läuft Gefahr zuzunehmen, besonders wenn er oder sie ständig mit irgendwelche» Esswaren konfrontiert wird. Unsere Versuchsreihe mit einer Gruppe normalgewichtiger junger Mädchen bestätigte diese Annahme. Einen Sommer lang lebten die Mädchen wie im Schlaraffenland - sie konnten essen, wann immer sie wollten und soviel sie nur konnten. Zu Beginn des Experimentes wurden sie gewogen, und wir stellten fest, wie empfänglich sie für Essenssignale von außen waren. Am Ende des Sommers stellte sich heraus, dass diejenigen, die am meisten zugenommen hatten, auch am stärksten auf Essenssignale reagierten.

Überempfänglichkeit für Essenssignale von außen kann zwar dazu führen, dass wir mehr als das Notwendige essen und daher zunehmen, doch wie dick wir tatsächlich werden, hängt noch von verschiedenen anderen Faktoren ab, wie z. B. unseren Erbanlagen oder der Anzahl der Fettzellen in unserem Körper. Wir können leider noch immer nicht mit Sicherheit sagen, wie sich diese Faktoren auf das Gewicht des einzelnen Menschen nun tatsächlich auswirken. Der eine wird vielleicht nur ein bisschen mollig werden, wo ein anderer bereits als Extremfall chronischer Fettsucht angesehen werden muss.

Interessanterweise verhält es sich mit der Empfänglichkeit für Essenssignale genauso wie mit der Anzahl der Fettzellen. Ein Gewichtsverlust hat keinerlei Auswirkungen auf diese beiden Faktoren. Selbst wenn wir es geschafft haben abzunehmen, neigen wir immer noch dazu, den kalorienreichen Anreizen zu erliegen.

Aus einer Untersuchung ging klar hervor, dass Kinder übergewichtiger Eltern vom ersten Lebenstag an besonders empfänglich für Essenssignale sind. Wenn diese Eigenschaft vererbbar und außerdem genügend wohlschmeckendes Essen vorhanden ist, dann besteht offensichtlich die hohe Gefahr, dass sich bereits im frühesten Kindesalter unnötige Fettzellen entwickeln.

Das heißt jedoch noch lange nicht, dass jeder Übergewichtige für Essenssignale besonders empfänglich ist oder dass alle Dünnen immun gegen solche Signale sind. Wir wissen aber auch, dass viele Menschen, die zwar normalgewichtig sind, aber trotzdem sehr stark auf Essenssignale aus ihrer Umgebung reagieren, große Willenskraft aufbringen, um ihre Kalorienzufuhr in Grenzen zu halten. Diese Menschen müssen ständig gegen die unvermeidlichen verführerischen Lockungen der Essenssignale ankämpfen. Alkohol, psychische Probleme und Geselligkeit aller Art lassen erfahrungsgemäß die besten Vorsätze in puncto Zurückhaltung beim Essen zunichte werden.

Mit Hilfe des Fragebogens in Kapitel 8 können Sie feststellen, wie stark Sie auf Essenssignale aus der Umwelt reagieren und/oder wie sehr Sie sich beim Essen beherrschen können. Erst dann sollten Sie entscheiden, welches Diätprogramm für Sie richtig ist. Was Sie alles tun können, um ihr Gewicht in den Griff zu bekommen, wird in den folgenden Kapiteln noch ausführlich beschrieben.

Offensichtlich besteht auch ein enger Zusammenhang zwischen der Reaktion eines Menschen auf Essenssignale und seinen Kindheitserfahrungen. Einer meiner Kollegen führte eine Reihe von Versuchen durch, um festzustellen, wie sich erlernte Eßgewohnheiten auf die Empfänglichkeit für Essenssignale auswirken. Eine Anzahl sehr junger Ratten wurde in drei Gruppen geteilt und nach einem bestimmten Schema gefüttert. Der ersten Gruppe entzog man in genau regelmäßigen Abständen 22 Stunden lang jede Nahrung, die zweite Gruppe bekam in unregelmäßigen Abständen nichts zu fressen, wobei die Phasen des Hungerns verschieden lang andauerten (zwischen 8 und 48 Stunden), die dritte Gruppe konnte fressen, wann sie wollte. Nach 100 Tagen durften alle Ratten jederzeit fressen. Erwartungsgemäß hatten die Ratten, die in unregelmäßigen Abständen hungern mussten, ihr natürliches Hungergefühl verloren, fraßen also, wann immer Futter vorhanden war - und wurden immer dicker. Bei den beiden anderen Gruppen war das nicht der Fall, da sie auf Grund ihrer früheren Erfahrung keine Veranlassung hatten, auf Vorrat zu fressen. Nur bei den Ratten, die nie sicher sein konnten, wann sie wieder Futter bekämen, bestimmten äußere Signale ihr Essverhalten.

Welche Bedeutung hat das nun für die Entwicklung unweitbedingter Kontrollmechanismen beim Menschen? Ein von Mangel und Ungewissheit geprägtes Essverhalten führt wahrscheinlich zu größerer Abhängigkeit von Essenssignalen aus der Umwelt und zu Verkümmerung der inneren Kontrollmechanismen. Wären Sie bettelarm und wüssten nie, woher Sie das Geld für die nächste Mahlzeit hernehmen sollen, würden Sie jegliche Einladung zum Essen sicherlich nicht ausschlagen und mit großem Appetit essen. Es würde Ihnen gar nicht bewusst werden, dass Ihr Hungergefühl keinem echten Nahrungsbedürfnis entspricht. Das gilt besonders für Neugeborene, die unregelmäßig und dann zu wenig zu essen bekommen. Die Abhängigkeit von äußeren Kontrollmechanismen entwickelt sich unter solchen Bedingungen auch dann, wenn man auf Grund anderer Faktoren (z.B. Erbanlagen) nicht dazu neigt, übermäßig auf Essenssignale von außen zu reagieren. Obwohl in unserer Gesellschaft wenige Kinder hungern müssen, gibt es jedoch viele Familien, in denen es keine regelmäßigen Essenszeiten gibt.

Die Reaktionen des Körpers auf Essenssignale von außen

Eine Reihe von Versuchen hat gezeigt, dass Essenssignale aus der Umwelt eine unmittelbare Reaktion des Verdauungsapparates hervorrufen. Allein der Anblick oder der Geruch von Essen, besonders wenn die Speisen sehr kalorienreich und schmackhaft aussehen und man nur zuzugreifen braucht, lassen den meisten Menschen buchstäblich das Wasser im Munde zusammenlaufen. Erhöhte Speichelproduktion leitet bezeichnenderweise den Verdauungsvorgang ein.

In einem späteren Stadium der Verdauung kommt es dann zur Insulinausschüttung. Das Insulin hilft dem Körper dabei, überschüssige Kalorien in Form von Fett zu speichern. - Bei einem meiner Versuche wurde der Insulinspiegel im Blut von hungrigen Testpersonen gemessen, während man ihnen eine Pfanne vorsetzte, in der ein Steak brutzelte. Man ließ die Testpersonen wissen, dass sie in wenigen Minuten mit dem Essen anfangen könnten.

Es stellte sich heraus, dass jene Personen, die besonders heftig auf solche Art äußerer Essensanreize reagierten, einzig und allein auf Grund der Signale, die von dem brutzelnden Steak ausgingen, in stärkerem Maße Insulin produzierten. Diese Reaktion war keine Antwort des Körpers auf das tatsächliche Vorhandensein von Nahrung im Verdauungstrakt, da die Testpersonen überhaupt noch nichts gegessen hatten. Eine Überproduktion an Insulin kann dazu führen, dass mehr gegessen wird, um den Hormon- und Stoffwechselhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Mit einem Wort: Der bloße Anblick einer Schokoladetorte kann bei einem Menschen, der für äußere Essensanreize empfänglich ist, eine physiologische Reaktion, hier den Speichelfluss, hervorrufen. Das wiederum gibt ihm das Gefühl, hungrig zu sein, er isst folglich mehr und speichert daraufhin mehr Kalorien in Form von Fett.

Doch nicht nur diese Signale lösen Reaktionen in unserem Körper aus. Im Zustand der Erregung reagieren wir spontan, und das bedeutet für viele Menschen »zuerst einmal was essen«.

Daraus lässt sich ableiten, dass Erregungszustände wie Stress und Angstgefühle durchaus schuld daran sein können, wenn wir zuviel essen. Das selbe gilt für jede andere Art von Gefühlen und Erregungszuständen. Einige Untersuchungen haben ergeben, dass viele Menschen mäßig essen, wenn sie glücklich sind. Das kann durchaus der Fall sein, weil Erregung an sich die Tendenz, mehr als das Nötige zu essen, verstärkt. Die Tatsache, dass jemand übermäßig isst, muss jedoch noch lange kein Beweis für eine kranke Psyche sein. Genussmittel (z. B. Kaffee) können dazu führen, dass man isst, ohne wirklich hungrig zu sein. Sie sind bestimmt nicht psychisch krank, wenn Sie nach dem Frühstückskaffee heißhungrig nach einem Keks greifen.

Diese Erkenntnisse widerlegen den Mythos vom »Kummerspeck«. Nur allzu oft bekommt man zu hören, dass dicke Leute ununterbrochen essen, weil sie »psychische Probleme« haben. Tatsache ist, dass Übergewichtige nicht mehr und nicht weniger Probleme mit ihrem Gefühlsleben haben als Normalgewichtige, aber sie reagieren vielleicht sensibler und befinden sich daher öfter in einem Zustand der Erregung.

Um herauszufinden, ob ich mit meiner Hypothese recht hatte, spielte ich einer Reihe von Testpersonen zwei verschiedene Tonbänder vor. Das eine sollte zutiefst aufrüttelnd wirken, das andere eher neutral oder erheiternd.

Die übergewichtigen Testpersonen reagierten wesentlich heftiger auf den stimmungsgeladenen Inhalt des ersten Tonbandes. Auch die beruhigende Wirkung des zweiten Bandes verfehlte nicht ihren Zweck: Am Ende des Experimentes waren sie in genauso entspannter Stimmung wie die Normalgewichtigen. Übergewichtige reagieren offenbar sensibler auf die geistige Vorstellung von Schmerz und Leid als Normalgewichtige.

Wenn es nun stimmt, dass zwischen dem Grad der Erregung und dem Bedürfnis nach Essen ein ursächlicher Zusammenhang besteht, und wenn dicke Menschen leichter in einen solchen Erregungszustand geraten, dann ist Übergewicht eine Folge der Erregbarkeit. Im Zustand der Erregung schmeckt es uns besser, und wir erleben Essen bewußt als etwas Angenehmes. Und wer möchte angenehme Erlebnisse nicht so oft wie möglich haben?

Essen als Trost?

Sogar Tiere kann man dazu bringen, im Zustand der Erregung ungewöhnlich viel zu essen. Man braucht sie nur ganz leicht in den Schwanz zu zwicken oder ihnen eine niedrig dosierte Injektion von Amphetaminen zu verabreichen. Sie werden darauf sicherlich nicht mit Angstgefühlen oder anderen negativen Emotionen reagieren.

Dieses Phänomen widerlegt die These der Psychoanalytiker, wonach die Tätigkeit des Essens »egodefensiv« oder »angstmildernd« ist, d. h., dass dicke Menschen essen, nur weil sie Trost brauchen. Es ist so gut wie erwiesen, dass man Angstgefühle nicht durch Essen bekämpfen kann, so dass es als Beruhigungsmittel völlig untauglich ist. Der eigentliche Grund, warum sie im Zustand der Erregung mehr essen, ist ihre erhöhte Sensibilität für den Geruch, den Geschmack und das Aussehen von Essen - also wiederum ihre Empfänglichkeit für den Anreiz zum Essen.

Eines geht aus allen diesen Untersuchungsergebnissen klar hervor: Sowohl übergewichtige als auch normalgewichtige Menschen neigen dazu, im Zustand der Erregung mehr zu essen. Dasselbe konnte man bei Tieren beobachten. Daraus lässt sich schließen, dass jene Menschen, die leichter erregbar sind, wahrscheinlich am ehesten zunehmen werden.

Ein interessanter Aspekt dieses Leidens ist die Tatsache, dass sehr dünne Menschen in Zeiten physiologischer Erregung zuwenig essen. Das gilt besonders für Stresssituationen. Sowohl übergewichtige als auch normalgewichtige Manager, die täglich großem Stress ausgesetzt sind, nehmen im allgemeinen nicht mehr zu als ihre Kollegen in weniger aufreibenden Positionen. Sehr schlanke Manager hingegen verlieren noch mehr Gewicht, wenn sie dauernden Anstrengungen ausgesetzt sind. Mit anderen Worten: Sehr magere Menschen essen in Stresssituationen eher zuwenig, während normalgewichtige und übergewichtige die Tendenz haben, etwas zuviel zu essen.



       Fortsetzung



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