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Das richtige Gewicht - Übergewicht: Ursachen und Folgen

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Der Dinosaurier sollte uns eine deutliche Lehre sein: Wenn etwas Großes und Starkes sich als gut erweist, dann ist ungeheuer groß und ungeheuer stark nicht unbedingt etwas Besseres.

Erich Johnston (1896-1963)


In den meisten westlichen Industrieländern florieren die Geschäfte mit dem Abmagern. Ohne Unterschied von Klasse und Alter geben die Menschen eine Unmenge an Energie, Interesse, Zeit und Geld dafür aus, um abzunehmen. Übergewicht ist - neben einer »falschen« Hautfarbe - vielleicht die meistgehasste und am stärksten verabscheute körperliche Eigenschaft; erschwerend kommt hinzu, dass man seine Körperfülle - zum Unterschied von der Hautfarbe - angeblich ja selbst beeinflussen kann. Wenn Menschen also abzunehmen versuchen und dabei kläglich scheitern, dann bricht oft ihr Selbstwertgefühl zusammen, und sie sind überzeugt, dass sie auch sonst nicht viel taugen. Sie haben diese nicht nur deshalb, weil sie nicht imstande waren, ihre Idealfigur zu erreichen, sondern auch, weil dieser Misserfolg von der Mitwelt als charakterliches Versagen interpretiert wird.

Nehmen wir an, Sie gehören zu denen, die das Gewichtsproblem gern ein für allemal gelöst sehen möchten. Sind Sie denn wirklich zu dick? Wie dick ist »zu dick«? Wie fühlt man sich denn so, wenn man wirklich sehr übergewichtig ist?

Stellen Sie sich vor, Sie wachen eines schönen Morgens auf und müssen feststellen, dass Sie 30 kg schwerer sind als am Abend zuvor. Wie würde dieses zusätzliche Gewicht Ihre Lebensführung beeinflussen? Warum ist es so schlimm, dick zu sein? Es gibt heutzutage Millionen Menschen, die Ihnen diese Frage beantworten können. Ich habe zahllose Briefe aus ganz Europa, ja aus der ganzen Welt von Menschen erhalten, die mich darin um Hilfe anflehen.

Um Ihnen eine Vorstellung davon zu geben, wie eine plötzliche übermäßige Gewichtszunahme sich auf Ihr Lebensgefühl auswirken könnte, möchte ich Ihnen Auszüge aus einigen Briefen zeigen, die ich von übergewichtigen Menschen bekommen habe.

Liebe Frau Dr. Rodin,

Sie werden sich vielleicht über meinen Brief wundern, aber ich habe in einem Schlankheitsmagazin einen Artikel gelesen, in dem Ihr Name vorkommt. Es tut mir leid, wenn ich Ihnen aufdringlich erscheine, aber ich leide unter einem furchtbaren Problem und brauche deshalb Ihre Hilfe. Ich kann mir zwar schon gut vorstellen, wie sehr Sie zu tun haben, aber mich macht mein Übergewicht noch verrückt. Letztes Jahr hat mir ein Arzt gesagt, dass ich für mein Alter einen sehr hohen Cholesterinspiegel habe und dass ich wahrscheinlich bald ernsthaft gesundheitlich leiden werde, weil ich so dick bin. Ich bin erst 16. Drei Monate lang habe ich täglich nur 750 Kalorien zu mir genommen und dazu sehr viel körperliches Training getrieben und schaffte es dabei, von 92 kg auf 78 kg herunterzukommen. Und jetzt habe ich ganz plötzlich innerhalb von vier Wochen 25 kg zugenommen und kann mir die Ursache dafür nicht erklären. Ich kann nicht noch einmal Diät machen, ich habe genug von solchen Enttäuschungen. Mein ganzes Leben ist im Eimer.

Liebe Frau Dr. Rodin,

ich sah Sie vor etwa zwei Monaten im Fernsehen und hatte den Eindruck, dass Sie ein verständnisvoller Mensch sind, mit dem ich über mein Problem sprechen könnte. Ich bin sehr übergewichtig. Ich dachte, vielleicht wüssten Sie einen Rat, was ich dagegen unternehmen könnte. Ich habe es schon öfter mit Diät versucht, aber bereits in der zweiten Woche fühle ich mich so sehr bedrückt, dass ich dann jedes Selbstvertrauen verliere. 98% der Zeit kann ich mich selbst nicht leiden. Ich wäre Ihnen überaus dankbar, wenn Sie mir helfen könnten. Bitte antworten Sie mir so schnell wie möglich.

Liebe Frau Dr. Rodin,

bitte helfen Sie mir! Ich habe Ihre Show im Fernsehen gesehen. Sie haben ja so recht! Es ist zum Verrücktwerden, ich nehme schon wieder zu. Ich bin nicht krank, ich habe mich darauf schon untersuchen lassen. Und ich esse wirklich nicht solche Mengen, dass ich so viel zunehmen dürfte. Übergewichtig bin ich schon seit fünfundzwanzig Jahren, aber nicht so sehr wie jetzt. Ich brauche Ihre Hilfe, um einen neuen Weg einzuschlagen! Bitte, wenn es Ihnen Ihre Zeit ermöglicht, helfen Sie mir. Ich werde alles befolgen, was Sie sagen.

Es ist offensichtlich, dass diese Leute schrecklich leiden - aber woran genau leiden sie denn nun eigentlich?

Die Folgen von Übergewicht

Es wird oft behauptet, dass Dicksein die Lebenserwartung herabsetzt, das Fortschreiten verschiedener Krankheiten fördert bzw. beschleunigt und allerlei Stoffwechselstörungen verursacht.

Was hat das nun mit der Lebenserwartung auf sich? Das meiste, was wir darüber wissen, stammt von den Versicherungsgesellschaften. Eine der jüngsten Untersuchungen über die Auswirkungen des Übergewichts auf die Lebenserwartung kommt zu folgenden Erkenntnissen:

1.  Übergewicht kann Herzkranzgefäßerkrankungen Vorschub leisten und erhöht das Herzinfarktrisiko.

2.  Übergewicht kann zu hohem Blutdruck führen. Menschen mit 50% oder mehr Übergewicht leiden 3-5mal häufiger an Bluthochdruck als andere.

3.  Übergewicht erhöht das Risiko für Gallenblasenerkrankungen.

4.  Übergewicht bedeutet wahrscheinlich auch ein erhöhtes Risiko für Diabetiker.

5.  Übergewicht kann ein erhöhtes Risiko für Gebärmutter krebs bedeuten.

6.  Übergewicht hat wahrscheinlich eine stärkere Abnützung der Gelenke zur Folge.

Verkürzt Dicksein die Lebenszeit?

Die Zahlen der Versicherungsgesellschaften sowie einige andere Daten scheinen darauf hinzudeuten, dass Übergewicht nicht gesund ist. Aber warum das so sein soll, können wir nicht mit letzter Sicherheit sagen. Reuben Andres hat vor kurzem übrigens in einer Studie gewisse Anhaltspunkte dafür erbracht, dass ein bisschen Übergewicht (bis etwa 15%) sogar möglicherweise eine leicht erhöhte Lebenserwartung bedeutet.

Diese verblüffenden neuen Einsichten stammen vor allem aus einer neuen Interpretation der früheren, bereits statistisch vorliegenden Daten. Dieser Sichtweise zufolge sind zwar verschiedene Faktoren der Sterblichkeit miteinander verbunden, aber es besteht nicht notwendigerweise ein kausaler Zusammenhang. So kann man z. B. eine gewisse Verbindung herstellen zwischen Übergewicht und Bluthochdruck sowie noch einigen anderen Faktoren, die mit Herzkranzgefäßleiden gemeinsam auftreten. Möglicherweise wirken alle diese Faktoren als direkte Todesursache, und nicht das Übergewicht als solches. Es sieht eher so aus, als wäre Übergewichtigkeil gar nicht so gefährlich, verglichen mit anderen Faktoren wie einem hohen Cholesterinspiegel, Bluthochdruck und Rauchen.

Übergewicht und hoher Blutdruck

Zwischen diesen beiden Erscheinungen besteht zwar eine Verbindung, aber welcher Art sie ist, entzieht sich unserer gesicherten Kenntnis. Wir wissen zur Zeit noch nicht, inwiefern Übergewicht den Blutdruck in die Höhe treibt. Möglicherweise geschieht es dadurch, dass dicke Menschen eben mehr essen und deshalb auch mehr Kochsalz zu sich nehmen, was zu erhöhtem Blutdruck führt. Andere Forscher dagegen behaupten, dass zwischen Übergewicht und Bluthochdruck überhaupt keine Verbindung besteht; ihrer Meinung nach haben übergewichtige Menschen nur scheinbar einen höheren Blutdruck, weil nämlich die Speckschicht an den Oberarmen die Blutdruckmessung behindert. Diese Ansicht erscheint mir persönlich zwar etwas weit hergeholt - aber das zeigt gleichwohl, dass es auch unter Ärzten und Wissenschaftlern die verschiedensten Einschätzungen dieses Phänomens gibt.

Übergewicht als körperliche Belastung

Frau H., eine meiner Patientinnen, hat so viel Übergewicht, dass sie kaum noch gehen kann. Sie hat heftige Gelenkbeschwerden, schwere Gicht und fühlt sich eigentlich in keiner Körperhaltung wirklich wohl; glücklicherweise kann sie schwimmen, so dass die Tragkraft des Wassers ihr ein Wohlbehagen verschafft, das ihr auf dem festen Lande versagt bleibt. Erschwerend kommt noch hinzu, dass sie unter Diabetes und erhöhtem Blutdruck leidet. Die Medikamente, die sie dagegen nimmt, haben ihrerseits wieder unangenehme Nebenwirkungen. Kurz und gut, für Frau H. und viele andere übergewichtige Personen erweist sich Übergewicht als arge körperliche Behinderung.

Wie wirkt sich ein Gewichtsverlust auf die Gesundheit aus?

Eine Gewichtsabnahme verringert sicherlich verschiedene Risikofaktoren, falls sie schon aufgetreten sind. Durch ein deutliches Abmagern wird der Blutdruck gesenkt und der Fettspiegel im Blutkreislauf reduziert; eine Erkrankung der Herzkranzgefäße und Diabetes werden dadurch ebenfalls weniger wahrscheinlich.

Wie lassen sich diese gemeinsam auftretenden Erscheinungen deuten? Wenn aufgrund statistischer Ergebnisse eine Korrelation (Beziehung) zwischen Übergewicht und bestimmten Krankheiten besteht, dann verweist das nicht unbedingt auf einen ursächlichen Zusammenhang. Sowohl Übergewicht wie auch Gesundheitsrisiko können unter Umständen auf einen dritten Faktor zurückgehen. Es wäre auch möglich, dass bestimmte Erscheinungen, die mit dem Übergewicht in Zusammenhang stehen, die Entwicklung dieser Krankheiten fördern - und nicht Übergewicht an sich.

So gibt es z. В. verschiedene Hinweise darauf, dass Gewichtsveränderungen als solche ungünstig sein können.

Ganz abgesehen jedoch von den Argumenten für und gegen einen engen Zusammenhang zwischen Übergewicht einerseits und Zuckerkrankheit oder Bluthochdruck andererseits: Wir dürfen nicht vergessen, dass wir vorläufig nur von Vermutungen sprechen. Eine wahrscheinliche Schlussfolgerung liegt allerdings nahe, dass nämlich extremes Übergewicht ein Risikofaktor ist, mäßiges Übergewicht jedoch nicht. Meiner eigenen Auffassung nach ist mäßiges Übergewicht (weniger als 20%) wahrscheinlich keine ernste Bedrohung für die Gesundheit.

Dick sein hilft Dick bleiben !

Sie empfinden diese Aussage sicher auch als äußerst ungerechtfertigt - aber wir wissen nur zu gut, dass man um so leichter dick bleibt, je dicker man bereits ist. Zur Erklärung dieses zunächst widersinnigen Umstandes müssen wir uns erst einmal über die Hintergründe dafür klarwerden, weshalb unser Körper überhaupt zur Bildung und Lagerung von Fett angeregt wird.

Der Fettgewebs-Stoffwechsel

Mit dem Ausdruck >Stoffwechsel< bezeichnen wir sämtliche chemischen Prozesse, die die Körpersubstanz erzeugen und erhalten und die dem Körper Energie liefern. Es hat sich herausgestellt, dass unsere Stoffwechselprozesse so eingerichtet sind, dass wir um so leichter zunehmen, je dicker wir schon sind. Vergrößerte Fettzellen lagern nicht nur mehr Fett ein als kleine Fettzellen, sie produzieren vielmehr auch mehr Fett. Das Fettgewebe ist also imstande, die üblichen Stoffwechselvorgänge zu umgehen und Fette direkt aus dem Blut zu ziehen; und dadurch kann der Körper eben noch mehr Fett speichern.

Eine Schlüsselrolle bei der Aufnahme und Lagerung von Fett spielt das Insulin, ein Hormon, das von der Bauchspeicheldrüse abgesondert wird. Übergewichtige Menschen haben oft einen höheren Insulinspiegel als normalgewichtige, und nach einer Mahlzeit wird auch mehr Insulin ins Blut ausgeschüttet. Da zudem durch das Insulin die Wahrscheinlichkeit, dass gewisse Bestandteile der aufgenommenen Nahrung als Fett eingelagert werden, sich weiter erhöht, trägt also auch dieses Hormon dazu bei, dass die Dicken noch dicker werden.

Es hat sich außerdem herausgestellt, dass Größe und Speicherfähigkeit der Fettzellen das Essverhalten sowie auch die Nahrungsart und -menge beeinflussen. Tiere, denen man einige Fettzellen entfernt hat, zeigen meist weniger Neigung zu fetter, kalorienreicher Nahrung. Als Begründung mag

möglicherweise dienen, dass die Kapazität zur Fetteinlagerung durch den Eingriff verringert wurde. Es gibt also wichtige Voraussetzungen des Stoffwechsels, die zur Erhaltung des einmal erlangten Übergewichts wesentlich beitragen; hierin sind sich die meisten Mediziner einig.

Ziemlich sicher ist man sich auch darüber, dass zumindest einige Formen von Übergewicht nicht durch Störungen im Stoffwechsel und in der Lagerung von Fett verursacht sind, sondern vielmehr das Gegenteil richtig ist: Das Übergewicht selbst führt erst zu diesen Organstörungen, die sich aber dahingehend auswirken, dass der übergewichtige Mensch so füllig bleibt, wie er ist. Eine stetig fortschreitende Gewichtsabnahme macht diese Störungen wahrscheinlich rückgängig; eine wiederholte Aufeinanderfolge von Gewichtszunahme und -verlust hingegen ruft sogar eine Verstärkung der Störungen hervor. Es ist also ziemlich wahrscheinlich, dass gerade dieses Auf und Ab von ziemlich plötzlichem Zunehmen und Abmagern dazu beiträgt, dass man dick bleibt.

Der Grundumsatz

Mit dem Ausdruck >Grundumsatz< bezeichnen wir jene Energiemenge, die wir im Ruhezustand für die Erhaltung wesentlicher Körperfunktionen wie Atmen, Körpertemperatur und Reflexe benötigen. Übergewichtige Menschen haben oft einen für ihren Umfang anomal niedrigen Grundumsatz. Fettgewebe verbraucht besonders wenig Energie, so dass bei einem hohen Anteil von Körperfettgewebe der Energieverbrauch niedrig bleibt.

Bewegungsmangel

Ein weiterer Umstand, der dazu beiträgt, dass das Übergewicht sich sozusagen selbst erhält, ist die Tatsache, dass dicke Menschen dazu neigen, sich wenig zu bewegen. Jean Mayer und seine Mitarbeiter haben die Zusammenhänge zwischen Übergewicht und Mangel an Bewegung untersucht: Sie beobachteten mit Hilfe von Zeitraffer-Fotografie die Aktivität von Kindern in einem Sommerlager und entdeckten dabei, dass fast alle dicken Mädchen sich viel weniger bewegten als die schlanken Mädchen.

Aber auch übergewichtige Erwachsene neigen zu verringerter körperlicher Aktivität. In einem Experiment wurde das Bewegungsverhalten von normalgewichtigen mit dem von übergewichtigen Menschen an einem durchschnittlichen Tag verglichen, nachdem man je eine normal- und eine übergewichtigen Person mit einem Pedometer (ein kleines Gerät, das die zu Fuß zurückgelegte Strecke misst) versehen hatte. Ergebnis: Die normalgewichtigen Personen bei jedem Versuchspaar gingen im Durchschnitt auffällig mehr als ihre übergewichtigen Partner.

Schwer zu sagen, wo hier Ursache und Wirkung liegen. Sicherlich ist für eine dicke Person die körperliche Bewegung von Natur aus schwieriger und

beschwerlicher als für eine normalgewichtige. Darin mag vielleicht auch der Grund liegen, warum dicke Menschen sich meist nicht gerne stark bewegen. Entgegen der Volksweisheit, dass Faulheit dick macht, sind die meisten Wissenschaftler der Ansicht, dass eine geringe körperliche Aktivität allein meist noch nicht eine Gewichtszunahme verursacht. In unserer heutigen Gesellschaft haben schließlich die meisten Menschen eine sitzende Lebensweise; das ist die Norm und nicht die Ausnahme. Und das bisschen zusätzliche Energie, das man manchmal bei plötzlichen körperlichen Anstrengungen verbraucht - wenn man z.B. eilig auf den Zug muss oder eine Stunde Tennis spielt -, kann eigentlich nicht erklären, warum der eine Mensch dick und der andere dünn ist.



       Fortsetzung



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